St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl

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Endoprothetik


Operative Behandlung der Hüftarthrose

Wenn die Beschwerden aufgrund der Hüftarthrose durch konservative Maßnahmen nicht mehr zu beherrschen sind und die Lebensqualität deutlich leidet, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Gelenkersatzoperation diskutiert werden sollte.
Diese Entscheidung ist immer eine Einzelfallentscheidung, die sich aus der Diskussion zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten ergibt.
Mit dem Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken wurde vor etwa 50 Jahren von dem Engländer Sir John Charnley begonnen. Zahlreiche Verbesserungen und die Einführung neuer Materialien haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die Hüftendoprothetik heute auf einem hohen Niveau steht und die Operation mit großer Zuverlässigkeit zu Schmerzfreiheit und zu verbesserter Funktion bei den betroffenen Patienten führt. Trotzdem ist die Lebensdauer der Endoprothese nicht unbegrenzt sondern mit durchschnittlich 12 – 15 Jahren zu kalkulieren. Unterschiedlichste Einflüsse, die jeder für sich Gegenstand aktueller Forschung sind, wirken auf die Haltbarkeit der Implantate ein. Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt ist sicherlich die Tatsache, dass die eingesetzten Materialien einem Verschleiß unterliegen und dass dieser um so höher ist, je größer die körperliche Aktivität des betroffenen Patienten ist. So gilt es als gesichert, dass die Endoprothese die längste Haltbarkeit bei weiblichen Patienten jenseits des 70sten Lebensjahres hat und die kürzesten Verläufe männliche, aktive Patienten unterhalb des 60sten Lebensjahres betreffen. Aus dieser Beobachtung ergibt sich die allgemeine Empfehlung, dass die körperliche Belastung und das Aktivitätsniveau eines Endoprothesenträgers auf „normale“ Gehbelastung und allenfalls „leichte“ körperliche Beschäftigung zu reduzieren sind.

Das künstliche Hüftgelenk = Endoprothetik

Das künstliche Hüftgelenk besteht in der Regel aus 4 verschiedenen  Komponenten:
  • dem Pfannengehäuse, einer Metallschale, die meist aus einer Titanlegierung hergestellt ist, und das in verschiedenen Durchmessern angeboten wird
  • dem Pfanneneinsatz (Insert, Inlay), der entweder aus Polyethylen, aus Metall oder aus einer Keramik besteht (Biolox forte oder Biolox delta)
  • dem Kugelkopf, den es in verschiedenen Halslängen und aus verschiedenen Materialien gibt (Metall, Biolox forte und Biolox delta Keramik)
  • dem Schaft, den es sowohl in unterschiedlichen Materialien (med. Stahl, Titan) als auch in sehr unterschiedlichen Formen gibt. Die Oberflächen der zementfreien Pfannen und Schäfte sind häufig noch beschichtet um die Verbindung mit dem Knochen, die durch das Einwachsen von Knochenzellen geschieht, zu beschleunigen.
Abb.: Oberflächenbeschichteter Kurzschaft  „Metha“ der Fa. Braun/Aesculap

Grundsätzlich kann eine Endoprothese zementfrei oder zementiert eingesetzt werden. Es ist möglich entweder die Pfanne oder den Schaft allein zu zementieren und den anderen Teil der Endoprothese zementfrei zu verankern.

Für welche Form der Verankerung, für welches Implantat man sich entscheidet ist Gegenstand einer gründlichen Diskussion zwischen Arzt und Patienten. Faktoren, die diese Entscheidung mitbestimmen sind das Alter und das Aktivitätsniveau des Patienten, seine Knochenqualität und die Form seiner Knochen, wie auch die zu Grunde liegende Erkrankung, die zur Notwendigkeit des Gelenkersatzes führt (Rheumatische Gelenkentzündung, Arthrose, Hüftkopfnekrose….). Ferner sind Allergien, der allgemeine Gesundheitszustand, größere Unterschiede in der Beinlänge und die in der Klinik vorhandenen Endoprothesensysteme in Betracht zu ziehen, wenn diese Entscheidung, die durchaus sehr individuell ist, getroffen wird.
Abb.: Die unterschiedlichen Komponenten einer zementfreien Hüftendoprothese und ihre Kombinierbarkeit (Abb. Fa. Ceramtec)

Neuerdings wird auch dem zunehmenden Wunsch der Patienten nach einer minimal invasiven Operation Rechnung getragen. Hier gilt, dass nicht jeder Schaft für die Implantation über einen solchen schonenden Zugang geeignet ist.

Minimal invasive Hüftchirurgie

Dieser Begriff ist für die Hüftendoprothetik bislang nicht exakt definiert. Während ein Teil der Fachleute meint es sei damit gemeint möglichst wenig Knochen zu entfernen, also einen Oberflächenersatz durchzuführen, ist sich die Mehrheit wohl einig darin dass der Umfang des Muskel/Weichteilschadens das Kriterium der minimalen Invasivität darstellt. Als unmittelbare Konsequenz lässt sich aus der reduzierten Schädigung der Weichteile eine beschleunigte Rehabilitation ableiten und erwarten.

Ein minimal invasiver Hüfteingriff in der Endoprothetik beschreibt also in erster Linie einen Zugang zu dem Gelenk, der zwischen benachbarten Muskeln durchführt und diese dabei nicht beschädigt (sog. Intermuskulärer Zugang). Bei so durchgeführten Operationen lassen sich zusammen mit der Verwendung geeigneter Implantate und Instrumente tatsächlich Hautschnitte  von weniger als 10 cm realisieren und überraschend schnelle Verläufe in der Rehabilitation sind die Regel.
Diese Form der Hüftchirurgie ist nicht für alle Patienten gleichermaßen geeignet. Das oberste Ziel eines Hüftgelenkersatzes bleibt immer ein Implantat so gut zu verankern und so korrekt einzusetzen, dass es die größtmögliche Lebensdauer hat. Unter keinen Umständen darf  also der minimal invasive Zugang dazu führen, dass hier falsche Kompromisse gemacht werden und dadurch die eigentlichen Ziele des Gelenkersatzes gefährdet werden.

Wir verwenden minimal invasive Hüftzugänge seit  2 Jahren mit zunehmender Häufigkeit bei Patienten mit geeignetem Körperbau und mit geeigneter Knochenform. Bei schwierigen anatomischen Verhältnissen oder bei besonderen knöchernen Voraussetzungen ist ein konventioneller Hüftzugang -gerade im Hinblick auf die Haltbarkeit der eingesetzten Prothese- die bessere Alternative.

Welche Implantat verwenden wir in Landstuhl in der Hüftchirurgie?

SC-Schaft Fa. Stemcup


Alphafit® Schaft der Fa. Corin


Link - CFP®Schaft


Proxima® Schaft der Fa. DePuy mit Röntgen




Austausch- oder Revisionsoperationen nach Hüftgelenkersatz

Es ist allgemein bekannt, dass künstliche Gelenke im Körper einem Verschleißprozess unterliegen.
Es entsteht Polyethylenabrieb an der Grenzfläche zwischen Hüftkopf und Pfanne, der dann im Gelenk allmählich zu einer Auflösung der Verbindung zwischen Knochen und Zement oder Implantat und Knochen führt.  Die häufigste Ursache für den Austausch eines künstlichen Hüftgelenkes ist dessen Lockerung, die am Ende dieser Entwicklung steht. Sie stellt sich in  der Regel nicht vor dem12. Jahr nach ursprünglicher Implantation ein, ist jedoch von vielen Faktoren abhängig und kann sowohl sehr viel früher, als auch viel später erst in Erscheinung treten. Hinweisend auf eine Lockerung sind Schmerzen in der Leiste oder im Oberschenkel, die vorher nicht zu verspüren waren. Diese sind in der Regel abhängig von der Gehbelastung und in Ruhe nur selten vorhanden. Nicht immer sind Pfanne und Schaft gleichermaßen von der Lockerung betroffen. Häufig ist entweder nur die Pfanne oder nur der Schaft nicht mehr fest mit dem Knochen verbunden. Ist eine solche Lockerung im Röntgenbild klar zu erkennen und verursacht sie Schmerzen, ist eine Gelenkaustauschoperation meist nicht zu vermeiden. Sind die Beschwerden sehr  gering und sind auch die Veränderungen im Röntgenbild nicht sehr ausgeprägt, kann in Abhängigkeit vom Alter und von der Lebenssituation –dann allerdings unter enger Kontrolle- noch mit einer Revisionsoperation gewartet werden.

Wechseloperationen sind deutlich aufwändiger und dauern länger als primäre Hüftoperationen. Dies bedeutet, dass auch das OP-Risiko für den Betroffenen deutlich höher ist.  Durch eine sorgfältige Planung dieser Eingriffe, hervorragende,  spezielle Revisionsimplantate und durch die Errungenschaften der modernen Narkosemedizin sind auch solche Operationen heute sicher und mit gutem Endergebnis durchführbar.
Abb.: MRP-modularer Revisionsschaft der Fa. Peter Brehm

Arthrose des Hüftgelenks

Die Arthrose des Hüftgelenks – die Coxarthrose

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers.
Den Verschleiß eines Gelenkes bezeichnet man als Arthrose und in der Fachsprache der Medizin wird der Verschleiß des Hüftgelenkes als die Coxarthrose bezeichnet.
In der Altersgruppe der 60 – Jährigen sind 15-20% unserer Bevölkerung davon betroffen.
In Deutschland werden zur Zeit ca. 180000 Hüftgelenkersatzoperationen aus diesem Grunde pro Jahr durchgeführt.
Die Ursachen für den Verschleiß sind zahlreich. Neben angeborenen und erworbenen Fehlformen gehören auch die Rheumatoide Arthritis, die Gicht, das Übergewicht, körperliche Schwerarbeit und sportliche Überlastung zu den Auslösern der Gelenkzerstörung.

Beschwerdebild – Symptome bei Coxarthrose

Grundsätzlich ist bei der Gelenkerkrankung zu unterscheiden zwischen Schmerzen und Funktionsstörungen. Diese treten in nebeneinander in unterschiedlicher Ausprägung auf.
Die Schmerzen sind meist in der Leiste lokalisiert und strahlen von dort in den Oberschenkel und in das Knie aus. Es gibt jedoch Hüftarthrosen, bei denen die Schmerzen überwiegend im Gesäß oder auch nur im Knie lokalisiert sind. Allen Arthrosen gemeinsam ist der sog. Anlaufschmerz nach Phasen der Ruhe. Bei schweren, fortgeschrittenen Erkrankungen treten dann zunehmende Schmerzen unter Belastung sowie zeitweise auch ein Ruhe- und ein Nachtschmerz auf.
Phasen mit stärkeren und weniger ausgeprägten Schmerzen wechseln in unregelmäßigen Abständen, was mit schubweisen entzündlichen Veränderungen des Gelenkes und einer damit verbundenen Kapselschwellung erklärt werden kann (aktivierte Arthrose).
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu Funktionsstörungen, d.h. vor allem zu Bewegungseinschränkungen des Gelenkes. In erster Linie sind hiervon die Innendrehung, die Streckung und das Abspreizen des Beines im Hüftgelenk betroffen. Ein charakteristisches Hüfthinken und ein verstärktes Hohlkreuz sind der sichtbare Ausdruck dieser muskulären Veränderungen. Hüftarthrosepatienten leiden häufig auch unter starken Kreuzschmerzen, da die Einsteifung der Hüfte die Verbindung zwischen Lendenwirbelsäule und Becken stark beansprucht. 
  

Diagnosestellung     

Die Angabe der typischen Beschwerden, die körperliche Untersuchung mit der Feststellung der typischen Bewegungseinschränkungen und die Röntgenuntersuchung mit dem Nachweis charakteristischer Veränderungen der Hüfte reicht im unkomplizierten Fall aus um die Diagnose Coxarthrose sicher stellen zu können.
Zusatzuntersuchungen wie Computertomogramm, MRT (Kernspintomogramm), Knochenszintigramm und Laborparameter sind durchaus bei bestimmten Konstellationen erforderlich um andere Ursachen für die Hüftbeschwerden auszuschließen, bzw. die Diagnose Hüftarthrose zu sichern.

Vorbeugung – Prävention bei Hüftarthrose

Die vorbeugenden Maßnahmen beginnen seit der Einführung der Hüftsonografie bei Neugeborenen in unserem Krankenhaus in den ersten Lebenstagen. Durch die gründliche klinische und sonografische Untersuchung der Hüftgelenke können schon beim Neugeborenen unvollständige Entwicklungen der Hüftpfannen (Hüftdysplasie, Hüftluxation) festgestellt und – wo erforderlich- einer Therapie zugeführt werden.
 
Die Ernährungsstörungen des Hüftkopfes im Alter zwischen 6 und 10 Jahren (Perthes`sche Erkrankung) sowie die Störungen im Bereich der Wachstumsfuge des Hüftkopfes, die im Alter zwischen 12 und 15 Jahren am häufigsten sind (Epiphseolysis capitis femoris), lassen sich bei aufmerksamer Beobachtung so rechtzeitig erkennen, dass es nicht zwangsläufig zu einer Schädigung des Hüftgelenkes mit lebenslangen Konsequenzen kommen muß.
Die Vermeidung bzw. der Abbau von Übergewicht sind zur Prävention der Arthrose der Gelenke der unteren Extremität von besonderer Bedeutung.
 
Sportliche Aktivitäten ohne stauchende Über- und Fehlbelastungen, auf weichem, federndem Boden, mit entsprechend gedämpftem Schuhwerk sind zu bevorzugen und wirken vorbeugend. Geeignete Sportarten sind z.B. Schwimmen, Radfahren, leichtes Joggen, Gymnastik und Skilanglauf.
Eine gesunde Ernährung mit mineralreicher und fettarmer Kost und das Vermeiden von allzu viel Genussgiften trägt gleichfalls zum Erhalten eines gesunden Gelenkes bei.

Konservative Therapie der Hüftarthrose

Grundsätzlich ist die Behandlung der Hüftarthrose zunächst konservativ. Sie richtet sich einmal aus auf die Bekämpfung von Schmerzen und zum anderen auf die Verbesserung der gestörten Funktion.
Zur Schmerzbekämpfung sind entzündungshemmende Medikamente wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder andere sog. Antiphlogistika geeignet. Zusätzlich sind in den akuten Phasen die Anwendung von Kälte und die Entlastung des Gelenkes anzuraten.
Das Erhalten einer möglichst vollständigen Beweglichkeit des Gelenkes wird durch Krankengymnastik und Bewegungsbäder gewährleistet. Zusätzlich ist auf die Kräftigung wie auch auf die Dehnung der gelenkstabilisierenden Muskulatur besonderer Wert zu legen.
Koordinationsschulung und die Mitbehandlung benachbarter Gelenke und Muskelgruppen gewährleisten eine möglichst lange Phase der Beschwerdefreiheit und der zufriedenstellenden Gelenkfunktion trotz vorhandener Gelenkarthrose. Nach Erlernen der grundlegenden Techniken und Übungen ist diese Form der Behandlung durchaus gut zu Hause durchführbar.
Weitere konservative Behandlungsalternativen richten sich auf die Verbesserung des Knorpelstoffwechsels. Injektionen mit verschiedenen Hyaluronsäurepräparaten können in der frühen Phase der Arthrose durchaus dazu führen, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Gelenkdegeneration fortschreitet, verringert. Allerdings ist jede Injektion in ein Gelenk mit dem Risiko einer Infektion verbunden. Gelenkinjektionen sollten daher nur unter besonderen Sterilitätsbedingungen und in der Regel nur von Fachärzten durchgeführt werden.
Eine anregende Wirkung auf den Knorpelstoffwechsel wird auch für die Pulsierenden Signal Therapie (PST) angenommen. Schwache, elektromagnetische Felder übertragen biophysikalische Signale in den geschädigten Bereich und regen die geschädigten Gewebe zur Regeneration an.

Die Behandlung der Arthrose mit Hyaluronsäure. Was ist Hyaluronsäure?

Die Hyaluronsäure (Hyaluronan, Natriumhyaluronat) ist einer der Hauptbestandteile der Zwischenzellsubstanz. Sie erfüllt dort beim Erwachsenen wie beim Embryo verschiedene Funktionen und dient so in erster Linie als Struktur – und Informationssubstanz. Das Molekül besteht aus sich regelmäßig wiederholenden Folgen von Disacchariden, Glucuronsäure und N-Acetyl-Glucosaminen. Das Molekulargewicht beträgt je nach Molekülgröße bzw. Kettenlänge zwischen 4000 und 8000000 Dalton. Vermutlich begründen die Unterschiede in der Größe des Moleküls die verschiedenen Wirkungen, die Hyaluronsäure im Gelenk bzw. am Gelenkknorpel entfaltet Hyaluronsäure ist gleichzeitig auch Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und der Knorpelzelle. Zwischen diesen Zellen und der Gelenkflüssigkeit sowie der Zwischenzellsubstanz besteht ein kontinuierlicher Austausch.

Wie wirkt Hyaluronsäure?

Hyaluronsäurepräparate werden in das arthrotische Gelenk eingespritzt. Dort wirken sie einmal als Schmiermittel und zum anderen entzündungshemmend. Die Länge der Molekülketten beeinflusst die Viskoelastizität des Präparates also seine Schmiereigenschaften. Je länger die Ketten der Moleküle sind, desto zäher ist die Gelenkschmiere. Welche Molekülgröße die beste Wirksamkeit hat ist noch umstritten, deshalb unterscheiden sich die von den verschiedenen Herstellern angebotenen Präparate vor allem in diesem Punkt.
Durch die Therapie sind langfristige Beschwerdebesserungen, die nicht selten über ein Jahr andauern zu erreichen. Es sind allerdings auch kürzere wie längere Wirksamkeitsintervalle möglich.

Wann ist eine Spritzenbehandlung sinnvoll?

Diese Spritzenbehandlung ist bei der Arthrose dann sinnvoll, wenn einfachere Methoden nicht zum Ziel, einer Beschwerdefreiheit oder –besserung führen und wenn eine Operation noch nicht notwendig erscheint oder aus anderen Gründen vermieden werden soll. Grundsätzlich kann man annehmen, dass die Wirksamkeit der Spritzenbehandlung besser ist, wenn die Arthrose noch nicht so weit fortgeschritten ist, d.h. der Gelenkknorpel noch nicht zu stark geschädigt ist.
Wenn der Gelenkschmerz in erster Linie belastungsabhängig ist, kann von der Injektionsbehandlung die beste Wirkung erwartet werden, weil der Belastungsschmerz auf einen Mangel von Gelenkschmiere hindeutet.
Ruhe- oder Nachtschmerzen liegen oft bei aktivierten Arthrosen vor und deuten ebenso wie ein Gelenkerguss auf eine Entzündung des Gelenkes hin. In diesen Fällen ist eine Vorbehandlung erforderlich, die den Entzündungszustand eindämmt. In entzündeten Gelenken kann die Hyaluronsäure keine wesentliche Wirkung entfalten. Meist wird eine Kortisoninjektion vor der Hyaluronsäurespritze zu diesem Zweck eingesetzt.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Die Hyaluronsäurepräparate, die derzeit angeboten werden, sind durchweg gut verträglich, da sie überwiegend synthetisch hergestellt werden und dadurch wenig allergene Wirkung entfalten. Trotzdem sind vereinzelt Schmerzen, Schwellungen und auch Gelenkergüsse in der Folge solcher Injektionen aufgetreten. Wie bei allen Injektionen besteht zusätzlich immer die Möglichkeit einer Keimverschleppung in das gespritzte Gelenk. Dies ist eine ernste Komplikation, die sofortige ärztliche Behandlung notwendig macht. Die Symptome einer solchen Gelenkinfektion sind Schwellung, Schmerzen, Rötung, Überwärmung, Bewegungseinschränkung und unter Umständen auch Fieber.

Was kostet die Behandlung mit Hyaluronsäure?

Die Fertigspritzen für eine Behandlungsserie kosten zwischen 210.- und 250.- €. Hinzu kommen die regulären Behandlungsgebühren nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen diese Form der Behandlung in der Regel nicht. Im Zweifel lohnt es sich durchaus mit der jeweiligen Krankenkasse über eine Beteiligung an den Kosten zu verhandeln.

Kniegelenkarthrose

Die Arthrose des Knieglenks ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels. Mit der Degeneration des Gelenkknopels und damit mit dessen Verlust ist auch eine z.T. sehr schmerzhafte Bewegungseinschränkung verbunden.
Neben einer sog. Veranlagung im Sinne einer Minderbelastbarkeit des Knorpels ist auch die mechanische Beanspruchung im täglichen Leben als Ursache der Arthrose zu sehen. Neben den Achsabweichungen die angeboren sein können, finden sich auch welche, die sich auf Grund eines Unfalls ergeben haben (sog. O- und X-Beine). Ebenso können Stoffwechselerkrankung, Infektionen, Gicht, Rheuma und Kniebinnenschäden (z.B. Kreuzbandverletzung, Knorpelabsprengung und Meniskusriß) den Knorpel im Kniegelenk zerstören, um nur einige Ursachen für die Kniegelenksarthrose zu nennen.
Im Allgemeinen macht sich die Kniegelenksarthrose, die auch als Gonarthrose bezeichnet wird zunächst mit Schmerzen beim Gehen bemerkbar. Die sog. Anlaufschmerzen sind typisch für die Arthrose. Durch Fortschreiten des Knorpelverlustes nimmt auch die Beschwerdesymptomatik zu. Es kommt immer mehr zu Schmerzen auch in Ruhe. Wegen der vermeintlichen Schonung kommt es auch zu einem Abbau der Muskulatur und damit zu einer Schwächung des Beines.
Um eine vorzeitige Arthrose des Kniegelenkes zu verhindern, kommen vor allem nach Verletzungen bestimmte Behandlungsstrategien in Betracht. So ist evtl. nach einer Kreuzbandverletzung eine Bandplastik erforderlich, welche bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt wird. Ebenso kann eine Knorpel-Knochen-Transplantation (OATS-Plastik), die eine Versetzung von gesunden Knorpel aus weniger belastetem Bereich des Kniegelenkes in stark belastetem Gebiet und umgekehrt beinhaltet notwendig werden. Auch eine arthroskopische Gelenktoilette oder eine Achsumstellung des Beines kann über längere Zeit Beschwerdelinderung bringen. Ist der Verschleiß des Kniegelenkknorpels sehr weit fortgeschritten, so ist die Lebensqualität stark gemindert und es wird ein künstliches Kniegelenk erforderlich.
Wenn Sie Beschwerden mit Ihrem Kniegelenk haben und sich bei uns behandeln lassen möchten, so vereinbaren Sie doch einfach per E-Mail oder telefonisch einen Termin in unserer Ambulanz.

Das künstliche Kniegelenk ß Endoprothetik


Bei Arthrosen des Kniegelenkes, welche durch konservative Maßnahmen (nichtoperativ) und anderen, d.h. kleineren operativen Eingriffen nicht mehr zubehandeln sind, kommt ein künstliches Kniegelenk in Frage.





Prinzipiell unterscheidet man zwischen einem totalen und einem unikompartimentären Ersatz. Bei dem unikompartimentären Ersatz, der auch als Schlittenprothese bekannt ist wird nur der innere Gelenkanteil des Kniegelenkes ersetzt, da der äußere Anteil noch weitestgehend gesund erscheint.
Ist das innere und das äußere Kniegelenk zerstört, so kommt ein kompletter Ersatz des Kniegelenkes (Totale Endoprothese – TEP) in Betracht. Es handelt sich dabei häufig um eine Oberflächenersatzprothese.
Es handelt sich dabei häufig um eine Oberflächenersatzprothese. Es besteht auch die Möglichkeit der Versorgung mit einer gekoppelten Knieprothese (Schanierprothese), diese wird aber selten als Erstimplantation jedoch vielmehr in speziellen Fragestellungen und bei Wechseloperationen verwendet.

Weiterhin unterscheidet man die Verankerungstechnik beim Kniegelenksersatz. Die Knieprothese wird entweder zementiert oder zementfrei implantiert. Entscheidend für das eine oder das andere Verfahren ist im Wesentlichen die Qualität des Knochens. Ist der Knochen weich und bietet wenig Wachstumspotenz, wie man es bei der Osteoporose findet, so ist das Zementierverfahren zu bevorzugen. Denn es macht wenig Sinn eine zementfreie Prothese zu implantieren, bei dem der Knochen (Spongiosa) nicht in den Knochen einwächst und damit die Prothese nicht verankert.

Bei dem sog. Knochenzement handelt es sich nicht um “Bauzement” sondern um eine Acrylverbindung, die während der Operation immer frisch angerührt wird und zunächst eine kaugummiähnliche Masse ist. Diese wird auf die Prothese aufgebracht und dringt beim Einbringen des Oberflächenersatzes in die Wabenstruktur des Knochens ein. Innerhalb von ca. zehn Minuten härtet der Knochenzement aus und ist somit voll belastbar. Bei der zementfreien Verankerungstechnik verklemmt der Oberflächenersatz zunächst. Im Laufe der Zeit wächst der Knochen dann in die speziell gefertigte Oberflächenstruktur der Prothese ein und verankert diese.

Aufbrechen der festen Verbindung zwischen Knochen und Prothese/Knochenzement hat eine Prothesenlockerung zur Folge, welche sobald als möglich operativ angegangen werden sollte, weil die Lockerung mit dem Verlust von Knochensubstanz einhergeht.
Hat Ihr behandelnder Orthopäde oder Hausarzt einen Kniegelenkersatz empfohlen, dann vereinbaren Sie doch einfach per E-Mail oder telefonisch einen Termin in unserer Ambulanz.
Wir laden Sie aber auch herzlich ein, sich weiter über den stationären Aufenthalt bei unseren regelmäßigen Informations-Abenden zu informieren.

Nachbehandlung der Knieprothese = Endoprothetik

Das Ziel der Nachbehandlung ist es, Ihnen eine weitestgehende schmerzfreie Belastung und einen möglichst großen Bewegungsumfang zu ermöglichen, damit sich Ihre Lebensqualität deutlich erhöht, welche durch die Arthrose stark gemindert war.

Wir unterscheiden in der Nachbehandlung üblicherweise nicht zwischen zementfreiem oder zementiertem Kniegelenksersatz. Sie werden professionell durch unsere Physikalische Abteilung betreut. Es folgt eine intensive Nachbehandlung mit passiver Bewegung auf einer Kniegelenksmotorschiene (CPM-Schiene) während des ganzen stationären Aufenthaltes. Am ersten postoperativen Tag werden Sie unter Anleitung eines Krankengymnasten aus dem Bett aufstehen und schon wenige Schritte an Unterarmgehstützen laufen. In den nächsten Tagen folgt die Steigerung der Gehleistung und Sie üben Treppensteigen.

Aber nur durch Ihre aktive Mitarbeit können Sie eine zufriedene Beweglichkeit ihres “neuen” Kniegelenkes erlangen. Die während des Aufenthaltes erlernten Übungen sollten Sie auf jeden Fall zu Hause weiter fortführen, damit sich ein gutes Behandlungsergebnis einstellen kann und Sie zufrieden sein können.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit einer Anschlußheilbehandlung (AHB), bei der Sie weitere physiotherapeutische Therapien erhalten. Diese AHB kann ambulant oder auch stationär durchgeführt werden. Bitte sagen Sie uns rechtzeitig Bescheid, während Sie bei uns stationär behandelt werden, wenn Sie eine AHB in Anspruch nehmen möchten, damit wir die entsprechenden Unterlagen zur Vorlage bei Ihrer Krankenkasse vorbereiten können.
Als Prothesenträger sollten Sie sich in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. Sie haben bei Entlassung einen Prothesenpaß von uns als Erinnerungsstütze bekommen. Wenn keine besonderen Beschwerden auftreten sollten nach sechs Monaten, nach zwölf Monaten und dann alle Jahre eine Röntgenuntersuchung Ihres künstlichen Kniegelenks erfolgen, damit eine evtl. Lockerung frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.
Haben Sie weitere Fragen, so beantworten wir Sie gerne oder kommen Sie doch einfach zu einem unserer Informationsabende, die wir in regelmäßigen Abständen durchführen.

Schultergelenksarthrose Endoprothetik

Primäre Arthrosen des Schultergelenkes selbst sind selten, da die Beanspruchung überwiegend die gelenkumfassenden Weichteilstrukturen betrifft.
Nach Luxationsfrakturen und entzündlichen Veränderungen können sich jedoch erhebliche sekundäre Verschleißprozesse des Gelenkes entwickeln.
Die aktive und passive Beweglichkeit des Gelenkes ist meist stark eingeschränkt. 
Radiologisch ist neben einer Gelenkspaltverschmälerung und osteophytären Anbauten ein Humeruskopfhochstand sichtbar.
Ausgeprägte Omarthrose,Schulterendoprothese 10 Jahre nach intraartikulärer Trümmerfraktur des Humeruskopfes

Durch die oberflächennahe Lage des Gelenkes ist eine symptomatische, lokale Arthrosetherapie gut anwendbar.
Die Indikation zum endoprothetischen Gelenkersatz ist bei ausgeprägter Schmerzhaftigkeit gegeben. In Abhängigkeit vom Zustand der Pfanne wird diese mit ersetzt oder allein der Humeruskopf. 
Der Gelenkersatz ist indiziert, wenn die Gelenkflächen irreparabel zerstört sind durch degenerative, traumatische oder metabolische Ursachen.
Die Führung des kraftschlüssigen Schultergelenks erfolgt im wesentlichen durch die Muskulatur. Alle Situationen, die die normale, kraftschlüssige Zentrierung des Gelenks nicht ermöglichen, wie irreparabler Ausfall einer oder mehrerer Muskeln durch Lähmung oder nicht rekonstruierbare Sehnendefekte der Rotatorenmanschette führen zu einer exzentrischen Pfannenbelastung.
Bei erheblichem Funktionsverlust infolge eines Rotatorenmanschettendefekts ist nicht davon auszugehen, dass mit einer Endoprothese eine wesentliche funktionelle Besserung bei gehobenem Arm zu erreichen sein wird. Nur für den Schmerz sowie die Rotationsbewegungen am hängenden Arm kann eine signifikante Besserung erwartet werden. Letzteres kann allerdings die Lebensqualität entscheidend verbessern.