St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl

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Pressemeldungen


Mit dem Chor „Gleis 1“ im Orientexpress

veröffentlicht um 25.01.2010 07:26 von Melanie Müller von Klingspor

Das St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl lädt Sie ein zur musikalischen Reise im legendären Luxuszug, mit dem Bexbacher Chor „Gleis 1“.
Fahren Sie mit dem Chor im Jahr 1909 von Paris nach Konstantinopel. Abfahrt: 30. Januar 2010, um 19.00 Uhr in der Kapelle des St. Johannis-Krankenhauses in Landstuhl.

„Bitte einsteigen und Türen schließen“; noch hört man die Musik Pariser Straßencafes, bald darauf fährt der Zug durch „funkelnde Felder“, ein gestresster Kellner serviert „Die Forelle“, ein bulgarischer Bauernchor grüßt vom Bahnsteig und schon verkündet der Schaffner „Mustafa Pascha-Grenzkontrolle“.
Dreieinhalb Tage dauert die Fahrt von Paris nach Konstantinopel im legendären Orientexpress, neunzig Minuten braucht der Chor „Gleis 1“ für die 3186 km.
Wie im Flug vergeht die Zeit – so der Eindruck des Publikums bei der großen Premiere im Herbst, denn schließlich sitzen die Zuhörer selbst im Zug. Nicht umständliche Erläuterungen führen durch das Programm, sondern spritzige Dialoge. Choristen schlüpfen in verschiedene Rollen, spielen Theater – und doch bleibt es ein Chorkonzert mit 30 Liedern - eine spannende Mischung aus Eigenem (Hirsch, Freund), Klassik (Schumann, Brahms) und traditioneller Musik aus Bayern und dem Balkan.
Der Chor singt in acht Sprachen, was für „Gleis 1“ nichts Neues ist. Neu ist eher, dass fast ein Drittel des Programms aus deutschen Liedern besteht, darunter Schätze wie Fanny Hensels „Waldruhe“.
Mit an Bord sind zwei Flöten, Violine, Akkordeon, Klavier und Kontrabass. Die jünste Solistin ist diesmal die elfjährige Bora Satko. Der Chor kommt mit 25 Sängern und Sängerinnen und natürlich dürfen auch die 8 Chorkinder wieder ihr Können zeigen würden.
Der Eintritt ist frei, wobei wir uns über eine kleine Spende im Anschluss der Veranstaltung für den Förderverein „St. Johannis-Krankenhaus“ freuen.

Mehr zum Projekt erfahren Sie auf der Internetseite www.chor-gleis1.de.

Aus dem Leben gehen

veröffentlicht um 25.11.2009 03:15 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 25.11.2009 03:24 von Vitalij Lubeschanin ]

Der November ist der Monat, der dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet ist. Die Menschen, die auf der Palliativstation des St. Johanniskrankenhauses in Landstuhl arbeiten oder als Hospizhelfer im Landkreis tätig sind, setzen sich an jedem Tag des Jahres mit dem Sterben auseinander.

Von Doris Theato


Viele Sterbende wünschen sich, ihre letzten Tage und Stunden mit vertrauten Menschen im gewohnten Lebensumfeld zu verbringen. Besonders dann, wenn eine lange Krankengeschichte mit körperlichen und seelischen Leiden hinter ihnen liegt. Eine Zeit, in der andere weitgehend bestimmt haben, was zu geschehen hat. Ist die Phase der Hoffnung oder des Kampfes gegen eine Krankheit beendet, beginnt das Sterben und der Wunsch nach dem Zuhause.

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts starben die meisten Menschen zu Hause. Mit der Intensivierung der Palliativmedizin, die versucht, die Beschwerden unheilbar kranker Menschen zu lindern, können sich heute wieder mehr Menschen diesen Wunsch erfüllen. Unterstützt werden sie dabei auch von der Hospizbewegung, die Mitte der 1960er-Jahre entstand.

„Hospiz ist ein ganzheitliches Unterstützungskonzept für sterbende Menschen und ihre Angehörigen", erläutert Ursula Zirkel vom ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Kusel-Ramstein-Landstuhl. Nur über die ganzheitliche Betrachtung des Patienten könne es gelingen, Symptome und damit die Schmerzen bei einem Sterbenden in den Griff zu bekommen. Die Betreuung zu Hause funktioniere aber nur im Team mit Hausärzten, Pflegediensten, Seelsorgern, Therapeuten, ehrenamtlichen Hospizhelfern und den hauptamtlichen Hospizschwestern. Bei den Hospizschwestern handelt es sich um ausgebildete Krankenschwestern mit Zusatzqualifikationen in Palliativer Pflege. Diese Weiterbildung ist notwendig, um körperlichen Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Sterbeprozess auftreten, begegnen zu können.

Die geschulten ehrenamtlichen Hospizhelfer lassen sich immer nur auf eine zu betreuende Familie ein. Da komme es vor, dass ein Sterbender lieber mit der Hospizhelferin seine Beerdigung regelt als mit den Angehörigen. Ursula Zirkel sagt: „Es geht letztendlich darum, die letzten Tage mit Leben zu füllen und für Lebensqualität bis zum Tode zu sorgen." Das Entscheidende bei der Betreuung eines Sterbenden und seiner Familie sei deshalb stets die Frage „Wer braucht zur Zeit gerade was?". Dabei gehe es weniger um das Sprechen über das Sterben. Im Gegenteil, gerade in der Sterbephase würden sich viele Menschen sehr intensiv mit dem Leben auseinandersetzen. Dann würden Lebenspläne, Erinnerungen sowie Unerledigtes ausgebreitet.

Jeder Mensch stirbt anders, durchlebt eine andere Sterbephase. Dem müssen sich die Hospizschwestern in jeder Familie neu stellen. Keine leichte Aufgabe, an deren Abschluss unweigerlich ein Abschied für immer steht. Sie müssen lernen, wo für sie selbst die verkraftbare Grenze zwischen Nähe zur Familie, zum Sterbenden und der erforderlichen Distanz liegt. Kraft schöpfen die Hospizschwestern aus Sätzen, in denen die Familien sich dafür bedanken, dass der Sterbende harmonisch aus dem Leben verabschiedet wurde. Und sie schöpfen Kraft aus dem Miteinander aller Beteiligten.

Den Menschen im Ganzen und nicht nur als Patienten zu sehen, das steht auch auf der Palliativstation im St. Johanniskrankenhaus in Landstuhl im Vordergrund. In enger Vernetzung arbeitet das Team der Station, bestehend aus Ärzten, Schwestern, Psychologen, Therapeuten und den Seelsorgern, mit den Hospiz- und Palliativdiensten in der Region zusammen. Diese einzige Palliativstation in der Westpfalz hat zurzeit fünf Betten. Beim Land läuft ein Antrag, diese auf sieben Betten ausweiten zu können.


Die Station befindet sich zwar im St. Johanniskrankenhaus, ist aber gewollt anders. Die Dekorationen spiegeln die Jahreszeiten wider, ab und an gibt es Vernissagen mit betont lebendigen Bildern. Auf solchen Veranstaltungen werden auch manchmal Spenden gesammelt, die dann in eine gemütliche Küche oder ein kleines Wohnzimmer fließen - Räume, die den Patienten und ihren Angehörigen zur Verfügung stehen.

Der Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Hans-Jürgen Gabriel, hat bereits in den 1990er-Jahren den Bedarf für die Palliativmedizin erkannt und im Land den Antrag auf eine solche Station gestellt. 2004 konnten 120 Menschen betreut werden. Am Ende dieses Jahres werden es über 350 Patienten sein, mit einer durchschnittlichen „Verweildauer" von acht bis zehn Tagen. „Die Patienten kommen zu uns nicht, um zu sterben. Palliativ ist Medizin fürs Leben. Heilung ist auf dieser Station nicht der Anspruch. Unser Ziel ist die Linderung von Schmerzen", so Gabriel, der genau wie seine Mitarbeiter die Arbeit auf der Palliativstation ganz bewusst ausführt. Die unheilbar kranken Menschen, sei es durch Tumore, Lungenerkrankung, Aids oder neurologische Beschwerden, werden auf der Station stabilisiert. Mithilfe einer Schmerztherapie werden sie so eingestellt, dass sie nach Hause entlassen und dort von den Hospizdiensten betreut werden können. Der Patient weiß, dass eine Wiederaufnahme auf die Station stets möglich ist.

Wenn es gelingt, die Lebensqualität sichtbar zu verbessern und ein Patient der Schwester oder dem Arzt gegenüber äußert, dass jeder Tag ein lebenswerter Tag sei, dann schöpfe das Team daraus die dringend benötigte Kraft, um die enorm belastende Arbeit durchzustehen. „Wir arbeiten ja nicht ins Leere. Die Patienten und ihre Angehörigen geben uns ganz viel zurück." Krankenschwester Petra Fatscher drückt aus, was wohl alle Mitarbeiter der Station empfinden. Außerdem helfe allen die Gewissheit, dass keiner die Verantwortung alleine trägt. Hinzu kommen die Gespräche untereinander und mit der Psychologin. Dort können sie sich austauschen, um die Schwere ihres Berufes zu tragen.
 
(Quelle: Die Rheinpfalz, Pfälzische Volkszeitung, Marktplatz, Mittwoch, 18. November 2009)

Unter den Augen des Röntgenapparates

veröffentlicht um 25.11.2009 03:09 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 25.11.2009 03:17 von Vitalij Lubeschanin ]

Ein Samstagvormittag in der Notfallambulanz im St.-Johannis-Krankenhaus - Wochenenddienst für Ärzte und Pflegepersonal
Von Doris Theato

Leise und unaufgeregt kommt der Sanitäter in das Herzstück der Notfallambulanz. Kurze, ruhige Worte, die Schwester ist im Bilde: Im Krankenwagen befindet sich eine Frau mit Rückenbeschwerden. Ein Bandscheibenvorfall? Der Gang zur Röntgenabteilung wird vorbereitet.

Wochenendalltag in der Notfallambulanz im Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus. Zwei Schwestern, ein Krankenpfleger, ein Chirurg und ein Orthopäde sind im Einsatz. Der Internist wird derzeit nicht gebraucht, der Gynäkologe auch nicht. Beide sind in der Weite des Krankenhauses per „Piepser" erreichbar. Der Monitor zeigt im Warteraum rege Betriebsamkeit und volle Wartestühle. Deutlich erkennbar fährt der Rollstuhl mit der Patientin aus dem Krankenwagen vorbei.

„Es sind nicht alles Notfälle. Wir bestellen für Samstag auch Patienten zum Verbandwechsel ein." Susanne Schwarz - „Bereichsleiterin" ist auf dem Schild ihres Schwesternkittels zu lesen - schätzt die Vorzüge der Monitore und den damit verbundenen besseren Überblick. Den hat sie allemal und die nötige Ruhe dazu.

Michael Koll, der Krankenpfleger mit der vertrauensvollen Ausstrahlung, kommt von den Wartenden. Ein Krankenblatt landet unter einem blauen Klemmbrett, das Brett dann an Kabine drei. Dahinter wartet die gezogene Krampfader. Ein Fall für den jungen Assistenzarzt Marco Merai. Alles mit blauem Klemmbrett ist sein Bereich. Rot gehört dem Orthopäden. Steckt der Zettel am schwarzen Brett, wird der Internist gebraucht. Silber fordert den Gynäkologen. Alles hat hier seine Ordnung.

„Der Patient lässt sich nicht behandeln!" Orthopäde Mark Newmann kommt aus Kabine eins. Drinnen ein nachdenklicher Patient: Das Knie ist dick, die Schmerzen sind ordentlich. Eine Punktion, wie vom Arzt vorgeschlagen, kommt für ihn jedoch - warum auch immer - nicht in Frage. Ein Fall für den Computer. Der Orthopäde verbringt lange vor der Tastatur, schreibt einen Bericht. Den muss der Patient unterschreiben, bevor er mit seinem immer noch schmerzenden Knie nach Hause geht.

Die Bandscheibe kehrt vom Röntgen zurück. Warten ist angesagt: Die Kabinen sind belegt. Ein Verbandswechsel findet auf einem der möglichen OP-Tische statt. Dominic Schwager - ein Patient, der Personal und zahlreiche OP-Räume zur Genüge kennt - ist die Ruhe in Person. Schwester Susanne verbindet das malträtierte Fußgelenk. Ein böser Arbeitsunfall hat den Mann vor über einem Jahr aus sechs Metern Höhe vom Dach gefegt. „Es hätte ganz anders ausgehen können", weiß sie.

Der Orthopäde schaut sich derweil die Röntgenbilder von Kabine zwei an. Auf den ersten Blick ist eher ein Schraubenlager denn eine Wirbelsäule zu sehen. Die Patientin wurde nicht im St.-Johannis-Krankenhaus operiert und sucht nach einem Sturz nun Hilfe in der Notfallambulanz. Dem Arzt fehlt als Vergleich der Zustand vor dem Sturz. Es läuft auf einen Anruf beim Operateur hinaus.

Ulrike Mattheiß, die Krankenschwester in Hellgrün, verbindet geschickt eine Kreissägenverletzung. Die Sicherheit der Schwestern und des Pflegers entlastet die Ärzte. Und das sagen sie auch. Dagegen gibt weder Chirurg noch Orthopäde zu, dass der 24-Stunden-Dienst gegen Ende zur Überlastung führen kann. Nein, das gehe schon. Zwischendurch finde man immer mal ein wenig Ruhe. Außerdem sei ein frischer Hintergrunddienst greifbar, ist zu hören. Gut zu wissen, dass wenigstens die Schwestern und Pfleger nach einem achtstündigen Dienst nach Hause gehen.

Während der „Schiefhals" sein Krankenblatt an Kabine eins bekommt, findet Susanne Schwarz Zeit, sich kurz zu setzen. Die Wege sind weit, der Schritt angepasst flott und die Anspannung meist schwer. „Inliner, das wäre manchmal gut", meint sie. Dabei ist es ein ruhiger Samstagvormittag. Kein Vergleich mit Tagen nach Kirmes, bei Fußballspielen oder wenn das Wetter Lust auf Heimwerken macht. „Von der Leiter gestürzt, mit der Säge abgerutscht, ausgerenkte Schultern", werden die typischen Notfälle genannt. Seit es die großen Gartentrampoline gibt, sehen die Schwestern zusätzlich viel zu viele kleine Kinder mit schlimmen Verletzungen. Einziger Vorteil: Die kleinen Unglücksraben oder auch Patienten mit blutenden Wunden, die kommen, wenn möglich, sofort dran.

Auf das Gesicht der Frau mit den Rückenschmerzen ist das Lachen zurückgekehrt. Vor knapp zwei Stunden kam sie mit dem Krankenwagen an. Nun marschiert sie, ein bisschen blass noch, aber aufrecht, dem Ausgang zu. Eine Spritze unter den Augen des Röntgenapparates, hinein in die Wirbelsäule, wirkt Wunder. Schade, dass die Notfallambulanz nicht jeden Fall so fein lösen kann. 

(Quelle: Die RHEINPFALZ, Pfälzische Volkszeitung, Montag, 26. Oktober)

Jede Sekunde zählt - Tobias Flöser ist von Beruf Notarzt

veröffentlicht um 25.11.2009 03:00 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 25.11.2009 03:10 von Vitalij Lubeschanin ]

Wenn das Funkgerät von Tobias Flöser piept, lässt er alles stehen und liegen. Der Notarzt weiß, dass er schnell zum Einsatzort kommen muss, denn oft genug entscheiden wenige Sekunden über das Schicksal des Patienten. Von der Pforte des Landstuhler St.-Johannis-Krankenhauses geht es in größter Eile mit dem Einsatzfahrzeug zum Ort des Geschehens.





„Man weiß nie genau, was da auf einen zukommt", sagt der 44-jährige. Über die Durchsage erfährt er den Einsatzort, ein verschlüsselter Code liefert ihm grobe Informationen zum Notfall. „Dort angekommen muss ich innerhalb kürzester Zeit beurteilen, ob die Menschen, von denen ich keine Vorgeschichte kenne, vital bedroht sind', berichtet er.

Unter enormem Zeitdruck müsse er sinn- und wirkungsvolle Hilfe leisten, ohne dass er einen Krankenhausapparat mit all seinen Möglichkeiten in der Hinterhand habe, berichtet Flöser aus seinem Berufsalltag.

„Die damit verbundene Aufregung legt sich nach einigen Jahren", sagt der Mediziner, der seit 15 Jahren als Notarzt tätig ist. „Man wird abgeklärter, obwohl es auch immer wieder Notfälle gibt, die mich besonders betroffen machen und an die Belastungsgrenze gehen."

Bewusst hat er sich während seiner Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und durch die Teilnahme an zwei Zusatzqualifikationen dazu entschieden, in solchen Notsituationen Verantwortung zu übernehmen. „Eine gewisse Angst ist da, weil es auch Extremsituationen geben kann, die nicht zu beherrschen sind, aber da gilt es zumindest Grundstrukturen zu schaffen", sagt er.

Obwohl Flöser zusätzlich in Verwaltungsaufgaben des Landstuhler Krankenhauses eingebunden ist, leistet er monatlich vier bis sechs 24-Stunden-Notdienste. Er fährt knapp fünf Einsätze an einem Tag, von denen über 90 Prozent eine internistische Versorgung erfordern. Den Ausgleich zu seiner Arbeit findet der Ehemann und Vater von zwei Kindern innerhalb der Familie, wo er aufgefangen wird und abschalten kann. Ebenso hilft ihm der Austausch mit den anderen Helfern bei der Aufarbeitung von Extremsituationen. Wann immer es ihm möglich ist, erkundigt sich Tobias Flöser außerdem bei seinen Kollegen nach dem weiteren Schicksal der Notfall-Patienten. (lmo) 



(Quelle: Die RHEINPFALZ, Pfälzische Volkszeitung, Mittwoch, 25. November)

"Traumfluchten" im Krankenhaus

veröffentlicht um 17.06.2009 08:49 von Melanie Müller von Klingspor   [ 18.06.2009 06:19 wurde aktualisiert. ]

"Traumfluchten" ist der Titel einer Ausstellung der Fotokünstlerin Christine Altherr, die ab 24. Juni auf der Palliativstation des St. Johannis-Krankenhauses zu sehen ist. "Traumfluchten" sind fotografische Nordsee-Impressionen, eigentümliche Blicke auf Meer, Deiche und Landschaften.

Die Ausstellung anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Palliativstation im St. Johannis-Krankenhaus wird am Mittwoch, 24. Juni, 17 Uhr eröffnet.Für Musik sorgt der Nachwuchs-Gitarrist Tim Kuhr.

Eine Vernissage und Ausstellung mit diesem Thema gehört nach dem Verständnis der Mitarbeiter der Station genau dahin, weil damit das Anliegen der täglichen Arbeit auf dieser Station zum Ausdruck gebracht wird: Ja zum Leben bis zuletzt.

Die Künstlerin Christine Altherr stammt aus Landstuhl und ist Meisterin im Fotografenhandwerk. Sie betreibt ein eigenes Atelier für Porträtfotografie und hat ihre Arbeiten bereits in Ausstellungen präsentiert.

Der Eintritt zu Vernissage und Ausstellung ist frei. Die Fotoarbeiten sind bis Ende August täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen auf der Palliativstation im fünften Stock des Krankenhauses.

„Optimale Betreuung gesichert"

veröffentlicht um 29.01.2009 06:08 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:36 von Vitalij Lubeschanin ]

Neue Intensivstation am St.-Johannis-Krankenhaus nach einjähriger Umbauphase in Betrieb

Die neue Intensivstation am Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus ist in Betrieb. Nach den knapp ein Jahr dauernden Umbauarbeiten und Investitionen von insgesamt rund 5,5 Millionen Euro wurde in einer ehemaligen Pflegestation die neue Abteilung eingerichtet. Ein paar Inventarschilder an den Schränken zeugen noch vom Umzug.

„Unser Krankenhaus hat dadurch sehr viel gewonnen", ist Werner Bleser, Chefarzt der Anästhesie, überzeugt: „Unsere neue Station ist hell, freundlich und natürlich auf dem neuesten Stand der Medizintechnik." Der Neubau war nötig geworden, weil die knapp 30 Jahre alte Intensivstation an ihre Grenzen gekommen war: 2008 wurden dort 1385 Patienten betreut, im Jahr davor waren es sogar über 1400. Nun wurde die Bettenkapazität von zehn auf 14 erweitert. In sechs Doppel- und zwei Einzelzimmern sorgen modernste medizinische Geräte für eine optimale Überwachung der Patienten sowie die Möglichkeit zur Sofortdiagnostik. Patienten aller operativen Disziplinen sowie internistische Fälle können betreut werden.

Als „keine große Sache" schildert Bleser den Umzug der Patienten in die neuen Räume, der lediglich einen Vormittag in Anspruch nahm. „So ein innerklinischer Transport ist relativ problemlos, zumal die neue und die alte Station direkt nebeneinander auf einer Etage liegen." Lediglich das Operations-Programm sei, soweit möglich, reduziert worden, erläutert der Arzt die Vorbereitungen, ansonsten gehe so etwas bei genauer Planung reibungslos vonstatten und sei selbst für Patienten mit Beatmungsgerät völlig problemlos.

Als Gewinn für Patienten und deren Angehörige, aber auch für die Ärzte und das Pflegepersonal, sieht Melanie Föckler, Abteilungsleiterin der Intensiven Anästhesie, die neue Station. „Durch große Arbeitsplätze und die vielen Monitore, die uns die medizinischen Daten der Patienten übersichtlich anzeigen, ist unsere Arbeit überschaubarer geworden. Die verbesserte Technik vereinfacht viele Handlungsabläufe.' Zudem seien die neuen Räume wesentlich ruhiger als die alten, was natürlich besonders den Patienten zugute komme, so die Medizinerin.

„Das Wohl und die optimale Betreuung der Kranken stehen selbstverständlich an allererster Stelle", betont auch der Chefarzt, dem „das übliche Image der Intensivmedizin, die oft als ,kalte Medizin" bezeichnet wird", missfällt. „Natürlich sind die Maschinen unerlässlich", erklärt Bleser, „und ein Patient mit akuter Atemnot empfindet auch keine Angst vor ihnen, sondern ist dankbar, dass ihm geholfen wird."

Seine Vorstellung geht dahin, die „Maschinen dem einzelnen Patienten anzupassen, um ihm seine Schmerzen und Leiden zu nehmen". Der geeignete Rahmen hierfür sei mit der neuen Station in Landstuhl geschaffen worden. Helle, pastellfarbene Flure mit großen Glasfronten sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Die Zimmer sind groß und bieten somit auch den Angehörigen der Patienten genügend Platz. Medizinische Geräte, die nicht benötigt werden, verschwinden hinter Schiebetüren, damit man laut Bleser „nicht gleich von der Technik erschlagen wird". Eine übersichtlichere Beschilderung ist eine von den vielen Kleinigkeiten, die Besuchern den Aufenthalt auf der Station erleichtern. Die positive Resonanz von Patienten und deren Angehörigen bestätige denn auch das Konzept der Klinik, so der Chefarzt. „Unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt, in mancher Hinsicht sogar übertroffen", bilanziert Bleser.
Und die nächsten Umbauten sind schon in Sicht: In der früheren Intensivstation, die nun frei ist, wird voraussichtlich bis Jahresende ein ambulanter OP-Trakt entstehen. (lc)

Erschienen am 28. Januar 2009 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"

Gegen den plötzlichen Kindstod

veröffentlicht um 29.01.2009 06:06 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:36 von Vitalij Lubeschanin ]

Elterninitiative schenkt dem Krankenhaus 100 Babyschlafsäcke

100 Säuglingsschlafsäcke hat das Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus geschenkt bekommen, um sie an frischgebackene Eltern weiterzugeben. Die Spende der „Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Kindstod" (Geps) soll helfen, den plötzlichen Tod von Baby zu verhindern. Überreicht hat sie der stellvertretende Vorsitzende der Geps, der Zweibrücker Kinderarzt Harald Schönhofen.

„In den zehn Jahren, in denen ich hier arbeite, sind fünf bei uns geborene Säuglinge zu Hause am plötzlichen Kindstod gestorben.' Monika Mader, Chefärztin der Geburtshilfe, sagt, dass sie die tragischen Geschichten nie vergessen werde: „Umso froher sind wir über die Arbeit der Geps und freuen uns über die Spende." Erst im Oktober sei ein im St.-Johannis-Krankenhaus geborenes Baby an plötzlichem Kindstod gestorben. „Bevor wir die Eltern mit ihrem Baby nach Hause entlassen, klären wir sie über die Risikofaktoren auf", erzählte Mader. Und Kinderarzt Schönhofen ergänzt: „Weil die Geps um die Bemühungen des St.-Johannis-Krankenhauses zur Verringerung der Fälle weiß, ist die Spende eine Anerkennung dieser Arbeit."

„Inzwischen weiß man, dass es drei Hauptrisikofaktoren für den Säuglingstod gibt. Das sind das Schlafen in Bauchlage, rauchende Eltern und eine Überwärmung des Säuglings", erklärte Schönhofen. „Deshalb lauten die Regeln zur Prävention: Rückenlage, rauchfrei, richtige Schlafumgebung." Die Schlafsäcke sollen helfen, die richtige Schlafumgebung zu gewährleisten. „In einem Babybett sollte es keine Kissen, keine Decken, keine Nestchen oder Betthimmel geben", rät er. „Ein Säugling muss nicht zugedeckt werden, wenn er den richtigen Schlafsack trägt", ergänzt Mader. Die Raumtemperatur soll 18 bis 19 Grad betragen.

„Wenn ein Baby einen warmen Schlafanzug mit Ärmelchen trägt, reicht der Schlafsack aus. Dass die Händchen dann ein bisschen kühl sind, ist nicht schlimm", so Schönhofen. Aus Erfahrung wisse er aber, dass häufig Großeltern Sorge hätten, dass das Baby frieren könnte. „Ein Fehler. Ein Baby, das in Bauchlage schläft und dem zu warm ist, schläft so tief, dass es seine Atemaussetzer nicht korrigieren kann. Es kann dann einfach aufhören zu atmen."

Laut Geps sind 2007 17 Kinder in Rheinland-Pfalz am plötzlichen Kindstod gestorben. Deutschlandweit waren es 225. Insofern fügt sich die Zahl der am St.-Johannis-Krankenhaus geborenen und später am Säuglingstod gestorbenen Babys in die Statistik ein, die sieben betroffene Babys auf 10.000 Geburten ausweist. Im Schnitt werden am Johannis-Krankenhaus 1000 Babys im Jahr geboren.

„Wir würden uns sehr freuen über Sponsoren, die es uns ermöglichten, dem Haus so viele Schlafsäcke zu schenken, dass jedes Baby einen bekommen könnte", sagte Schönhofen. Da die Initiative aber nur begrenzte Mittel zur Verfügung habe und hauptsächlich Aufklärungsmaterial drucke, könne man zunächst nur die 100 Schlafsäcke spenden.

„Wir werden sie nach sportlichem Muster verteilen', verspricht Chefärztin Mader. Jedes zehnte Baby soll einen bekommen. Den Wert der Schlafsäcke bezifferte Schönhofen auf etwa 30 Euro pro Stück. (red)

Erschienen am 27. Dezember 2008 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"

Zwei Silvesterbabys im Krankenhaus geboren

veröffentlicht um 29.01.2009 05:54 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:37 von Vitalij Lubeschanin ]


Zwei Babys haben an Silvester im Landstuhler St.-Johannis-Krankenhaus das Licht der Welt erblickt. Um 13.29 Uhr wurde zunächst Liana Müller geboren. Wie die Gynäkologie auf Anfrage mitteilte, ist das Mädchen mit 3960 Gramm Gewicht und 56 Zentimetern Länge „ein echter Wonneproppen". Ihre Mutter Nadja aus Queidersbach sei ebenso wie das Kind wohlauf. Bester Gesundheit erfreut sich auch Joshua Cornish, dessen Geburt die Hebammen und Ärzte am Silvesterabend auf Trab hielt. Um 19.02 war es soweit: Der Junge, dessen Mutter Jessica in Ramstein wohnt, brachte es auf 48 Zentimeter und 2690 Gramm. Auch am Neujahrstag war das Kreißsaal-Team „in froher Erwartung", doch bis Redaktionsschluss konnte kein neuer Erdenbürger begrüßt werden. (oef)

Erschienen am 2. Januar 2009 in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"

Weihnachtsplätzchen neben Tropf und Wickeltisch

veröffentlicht um 29.01.2009 05:41 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:37 von Vitalij Lubeschanin ]

Landstuhl: Im Krankenhaus läuft der Betrieb über Weihnachten (fast) wie immer

Von Lucia Clasen

Mit glänzenden roten Kugeln und Strohsternen ist die Tanne liebevoll geschmückt. Gemeinsam mit den beiden großen, bunten Engelfiguren aus Holz verleiht sie dem Besucherzimmer im St.- Johannis-Krankenhaus in Landstuhl eine weihnachtliche Atmosphäre. Noch sind die vielen Stühle um die runden Tische verwaist. „Aber an Weihnachten wird das hier ganz anders aussehen', prophezeit Petra Silzer, leitende Hebamme der Entbindungs- und Wochenstation.

„Der Besuchsraum, unser wunderschöner Wintergarten, wird an den Feiertagen von Patientinnen und deren Besuchern genutzt", erzählt Silzer. „Bei Kaffee und Weihnachtsplätzchen macht man es sich hier gemütlich und feiert Weihnachten eben etwas anders."

Für Petra Silzer und ihre 27 Kolleginnen und Kollegen bedeutet arbeiten über Weihnachten nichts Neues. „Natürlich hätte jeder gerne frei zu Weihnachten, vor allem, wenn er selbst Familie hat. Aber wenn man sich für diesen Beruf entschieden hat, gehört es selbstverständlich dazu, auch an Sonn- und Feiertagen für den Patienten da zu sein."

Dann erzählt die dienstälteste Hebamme im Landstuhler Krankenhaus von der ganz besonderen Atmosphäre, die zur Weihnachtszeit auf der Station herrscht: „Es wird richtig ruhig und friedlich, was sich auch auf die Patienten überträgt. Die Diensttelefone stehen fast still. Es müssen nur akute Fälle behandelt werden, und wir geben unser Bestes, um unseren Patientinnen und uns selbst die Festtage feierlich zu gestalten.' Blühende Weihnachtssterne, stimmungsvolle Lichterketten und weihnachtliche Gestecke, die den ansonsten nüchtern wirkenden Fluren der Station weihnachtliches Flair verleihen, unterstreichen ihre Worte. Im Schwesternzimmer lädt eine große Schale mit leckeren Weihnachtsplätzchen zum Naschen ein.

Vorbei ist es allerdings mit der beschaulichen Ruhe, wenn sich ein neuer Erdenbürger ankündigt. So zum Beispiel am 21. Dezember, als der kleine Tom, das 800. Baby der Entbindungsstation, das Licht der Welt erblickte. „Eigentlich sollte er ja ein richtiges Christkind werden und am 24. Dezember zur Welt kommen, aber er wollte wohl doch nicht mehr warten.' Kerstin Hollinger ist überglücklich über die Geburt ihres ersten Kindes.

Nach ihrem Kaiserschnitt wird sie voraussichtlich fünf bis sieben Tage im Krankenhaus bleiben, muss somit die Feiertage im Krankenzimmer verbringen. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass ich an Weihnachten nicht zu Hause bin", meint die junge Mutter etwas traurig, wird aber gleich von ihrem Mann Kristian getröstet, der ihr verspricht, alle Geschenke mit in die Klinik zu bringen. „Und wir können ja noch so viele Weihnachtsfeste gemeinsam zu Hause feiern", muntert er seine Frau auf.

Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, das schönste Fest des Jahres im Kreise seiner Lieben zu verbringen. So suchten sich alleinstehende Frauen oft ganz bewusst die Advents- und Weihnachtszeit für anstehende gynäkologische Eingriffe aus, berichtet Chefärztin Monika Mader. „Diese Frauen entgehen so dem Alleinsein an den Feiertagen und sind bei uns gut aufgehoben." Auch berufstätige Frauen, die möglichst wenig an ihrem Arbeitsplatz ausfallen wollen, lassen Operationen vor Weihnachten ausführen, um dann nach den Feiertagen schnellstmöglich wieder in den Beruf zurückkehren zu können.
 
Erschienen am 24. Dezember 2008, in DIE RHEINPFALZ, Ausgabe "Pfälzische Volkszeitung"

Südamerikanische Weihnachtsfiesta

veröffentlicht um 02.12.2008 06:31 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:38 von Vitalij Lubeschanin ]

Der Bexbacher Chor Gleis 1 führt am 7. Dezember im St. Johannis-Krankenhaus sein Weihnachtskonzert "Caramba - eine altdeutsch-südamerikanische Wihnachtsfiesta" auf. Das Konzert beginnt um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. 
Die Idee, südamerikanische Weihnachtslieder mit deutschem Barock zu kombinieren, entstand auf einem Workshop des Chors. Das Ergebnis war verblüffend. Die barocken Wurzeln der lateinamerikanischen Folklore, die unter anderem auf die Missionstätigkeit der Jesuiten zurückzuführen sind, werden deutlich. Andereseits findet die liebevolle Naivität, die oft als Wesenszug barocker Kunst erscheint, in der Volkskunst der Anden ein reizvolles Pensant. 
"Heute ist Christus geboren": Das kleine geistliche Konzert von Heinrich Schütz (SWV 439) für drei Solistinnen, Generalbass und Chor eröffnet die Weihnachtsfiesta. Das Gerüst der Weihnachtsfiesta bildet die Weihnachtsgeschichte des Thomaskantors Johann Schelle /1648-1701). "Vom Himmel hoch - Actus musicus auf Weyh-Nachten" ist eine dreiteilige Evangelienkantate, die sich eng an den Text des Lucas anlehnt und die bekannten Szenen der Herbergssuche, der Engelverkündigung und der Anbetung durch die Hirten gestaltet. Die Gleis 1-Fassung verzichtet völlig auf den Anspruch, in einem historisierenden Sinne werktreu zu sein, sie ist eher der barocken Praxis verpflichtet, die immer darauf ausgerichtet war, mit vorhandenen Mitteln neue und interessante Wirkungen zu erzielen. 
Die südamerikanischen Weihnachtslieder aus Bolivien, Argentinien, Chile, Mexiko, Venezuelae, Spanien und Brasilien, die dem Ablauf der Erzählung folgend die Teile der Weihnachtsgeschichte umrahmen, sind behutsam choreografiert und abwechslungsreich mit Gitarren, Flöten und Akkordeon instrumentiert. Sie harmonisieren wunderbar mit der besinnlichen Weihnachtsgeschichte und bringen Lebenslust in dunkle Dezembertage. 
Infos über den Chor bei der Chorsprecherin Waltraud Boltz, Telefon 06826/80193. (ps) 

(Erschienen am 27. November im WOCHENBLATT für die Verbandsgemeinde Landstuhl)

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