Das St. Johannis-Krankenhaus hat für 200 000 Euro neue Geräte für die Abteilung für Innere Medizin (Chefarzt Dr. med. Gabriel) gekauft. Damit wird für die Ärzte das gesamte Spektrum der Diagnostik von Krankheiten des Magen-Darm-Traktes möglich. Außerdem bietet die Abteilung zunehmend das Einbauen von Prothesen in die Speiseröhre, den Magen oder den Darm an.
„Unsere Geräte mussten erneuert werden. Diese Gelegenheit haben wir genutzt um den Gerätepark zu vereinheitlichen und alles von einem Hersteller zu kaufen“, erklärt der Oberarzt und Gastroenterologe Thomas Pfitzner. „Gastroskope und Duodenoskope haben wir angeschafft.“ Ein Duodenoskop ist, so der Mediziner, ein Gerät zur Darstellung der Gallenwege. „Damit kann man Tumore in den Gallengängen oder der Bauchspeicheldrüse oder auch Gallensteine entdecken“, sagt Pfitzner. Mit den Gastroskopen würden Magenspiegelungen vorgenommen. Zum weiteren diagnostischen Spektrum gehören Darmspiegelungen, Enddarmspiegelungen mit der Behandlung von Hämorrhoidalknoten, Atemtests zum Nachweis einer Milchzucker-Unverträglichkeit oder zum Nachweis einer Besiedlung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori. „Die neuen Geräte haben eine wesentlich höhere Auflösung und liefern Bilder in der neuen HDTV-Qualität“, so Pfitzner. „Der zweite Vorteil ist, dass man jetzt, wenn man bei einer Spiegelung einen verdächtigen Befund hat, sofort in der gleichen Sitzung einfach einen so genannten Endosonographen auf das Gerät aufstecken kann, um direkt noch ein Ultraschall von innen zu machen.“ Das sei früher aufwändiger gewesen und der Patient habe ein zweites Mal kommen müssen. Seit der Anschaffung, die auch wegen des gastroenterologischen Schwerpunktes des St. Johannis-Krankenhauses Sinn gemacht habe, wird etwa ein Patient pro Woche mit steigender Tendenz mithilfe einer Endosonographie in der Abteilung untersucht. „Diese Untersuchung ist wichtig bei der Stadieneinteilung von Tumoren im Magen, in der Speiseröhre, im Darm oder in der Bauchspeicheldrüse“, erklärt der Gastroenterologe. Durch das zunehmend längere Überleben bei Tumorerkrankungen wie etwa dem Speiseröhrenkrebs, sieht Thomas Pfitzner auch immer häufiger Patienten, die für das Einbauen eines so genannten Stents, einer Prothese in die Speiseröhre, in Frage kommen. „Wenn diese Tumoren in der Speiseröhre immer weiter wachsen, kann der Patient irgendwann nicht mehr schlucken, weil es durch den großen Tumor eine Engstelle gibt“, beschreibt der Arzt das Problem. „Mann kann dann entweder eine Magensonde durch die Bauchdecke legen, was zumindest eine Ernährung mit speziellen Nährstofflösungen ermöglicht. Seit etwa einem Jahr implantieren wir hier im St. Johannis-Krankenhaus aber immer öfter ein kleines Metallgitter, also eine Prothese – auch Stent genannt - in die Speiseröhre, die sich dort aufdehnt und den Tumor nach außen drückt.“ Dadurch könne der Patient weiter essen und trinken und das bedeute eine enorme Lebensqualität. Allerdings sei das Verfahren aufwändiger und auch teurer, als den Patienten mit einer Magensonde zu versorgen. „Durch unsere Tagesklinik und die Palliativstation kommen aber immer mehr Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, die von dem neuen Verfahren einen echten Gewinn an Lebensqualität haben“, so Pfitzner. Ebenfalls neu ist, dass der Gastroenterologe diese so genannten Stents auch zunehmend bei Tumoren im Magen zur Anwendung bringt, die sonst zu einem Magenverschluss führen würden. „Da geht das mit entsprechend größeren Stents auch.“ Möglich sei der Einbau dieser Stützen auch bei Darmverschlüssen. „Unter Umständen kann man damit eine Operation hinauszögern, die dann ja einen künstlichen Darmausgang zur Folge hätte. Und im günstigsten Fall kann man so sogar einen künstlichen Ausgang vermeiden“, sagt Pfitzner, der in diesem Bereich der Gastroenterologie auch am St. Johannis-Krankenhaus zunehmend Patienten erwartet. |