St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl

Aktuelles‎ > ‎

Newsticker

Neues Mammographiegerät erleichtert Diagnostik

veröffentlicht um 26.05.2010 02:33 von Melanie Müller von Klingspor   [ 26.05.2010 02:55 wurde aktualisiert. ]

Die Abteilung für Radiologie des St. Johannis-Krankenhauses Landstuhl bietet ein neues Verfahren zur Diagnostik von Tumoren der Brust an. Die so genannte Vakuumstanzbiopsie ist das derzeit modernste Verfahren zur Untersuchung von Knoten der weiblichen Brust und ermöglicht eine exaktere und umfangreichere Gewebeentnahme als die herkömmliche Stanzbiopsie.


„Bisher bieten meist nur große Zentren dieses Verfahren an. Wir sind stolz, dass wir das unseren Patientinnen jetzt auch möglich machen können“, freut sich Dr. Wilfried Weber, Chefarzt der Radiologie des St. Johannis-Krankenhauses. Den Vorteil der Vakuumstanzbiopsie erklärt er so: „Hat eine Frau einen Knoten in der Brust, muss man ja Gewebe entnehmen, um feststellen zu können, ob es ein gutartiger oder bösartiger Tumor ist. Diese Entnahme ist jetzt im St.-Johanniskrankenhaus exakter, zielgenauer und gewebeschonender möglich.“

Die Chefärztin der Frauenklinik des St. Johannis-Krankenhauses, Dr. Monika Mader, erklärt: „Ein ganz entscheidender Vorteil der Vakuumstanzbiopsie ist auch, dass man bei Befunden in der Brust, die man weder tasten kann, noch im Ultraschall sieht und die nur auf einer Röntgenaufnahme zu erkenne sind, dieses Gerät benutzen kann.“ Früher habe man bei einem solchen Befund nur die Möglichkeit gehabt, die Patienten unter Vollnarkose mit einem Schnitt zu operieren. „Das neue Gerät macht es möglich, unter Röntgensicht Gewebe mit der Nadel zu entnehmen“, so die Chefärztin.

Bei Tumoren in der Brust habe man allgemein drei Möglichkeiten zur Gewebeentnahme: einmal in einer Operation mit Schnitt, oder unter Ultraschall-Kontrolle mit einer Nadel, die ausstanzt, oder jetzt eben mit der Vakuumstanzbiopsie, bei der man mit der Nadel mit Unterdruck nur einmal in den Tumor stechen müsse um bis zu 20 Proben ziehen zu können.


„Das ist so komfortabel, weil die Frau nur einmal gestochen werden muss. Der große Vorteil der neuen Technologie liegt in der umfangreicheren Gewebeentnahme“, erklärt Chefradiologe Dr. Weber. Bei dem neuen Gerät könne man wegen der Möglichkeit, drei verschieden große Nadeln zu benutzen, bis zu 100 Milligramm Gewebe entnehmen. „Für die Pathologen, die das Gewebe untersuchen, ist es besser, wenn sie mehr Gewebe zur Verfügung haben. Bei der herkömmlichen Stanzbiopsie ist aber die Entnahme von viel Gewebe für die Patientin unangenehmer und dauert länger“, beschreibt der Mediziner.

Ein weiterer Teil des neuen Mammographiegerätes, die so genannten Stereotaxie-Einheit, ist ein Gerät zur genauen Berechnung der Lage des Tumors. „Das Gerät lokalisiert computergestützt genau den Tumor in der Brust aus zwei Winkeln, so dass die Nadel bei der Biopsie ganz genau den Knoten trifft, und somit auch die eventuell anstehende Operation besser planbar wird“, erläutert Chefarzt Dr. Wilfried Weber.
Die Klinik hat für die neue Mammographie/Stereotaxie-Einheit rund 150 000 Euro investiert.

„Mit diesem Gerät kann das Haus das gesamte Spektrum der Mammadiagnostik, also der Untersuchung der Brust, abdecken“, freut sich auch Chefärztin Dr. Monika Mader über die Anschaffung. „Jetzt muss ich keine Patientinnen mehr zur genauen Diagnostik woanders hinschicken.“

Für den Herbst kündigt die gynäkologische Chefärztin auch eine gemeinsame Brustsprechstunde der Abteilungen Gynäkologie und Radiologie an: „Diese ermöglicht den Frauen dann mit weniger Terminen und zeitlich kompakter das Besprechen ihrer Befunde. Für die Patientinnen ist das psychisch entlastender, als wenn sie bis zu viermal kommen müssen, bis alles zusammen getragen ist.“ Das alles unterstreiche auch die Position des Landstuhler Krankenhauses in dem Kooperationsverbund „Brustzentrum Westpfalz/Nahe“.

"Tod und Sterben aus der Tabuzone holen"

veröffentlicht um 17.02.2010 07:44 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 18.02.2010 23:20 von Vitalij Lubeschanin ]



Eine Spende von 2500 Euro haben die Landstuhler Geschäftsleute Peter und Michael Olejniczak Anfang Februar der Palliativstation des St. Johannis-Krankenhauses überreicht. „Ich war im Oktober selbst stationär hier im Krankenhaus, allerdings Gott sei Dank nicht auf der Palliativstation“, erzählte Peter Olejniczak. „Die Betreuung hier war in den zwei Tagen, die ich für Kontrolluntersuchungen hier war, so gut und ich war so zufrieden, dass wir uns gern bedanken wollen“, begründet er die Spende von sich und seinem Sohn. „Wir spenden häufiger etwas und haben uns entschieden, immer Initiativen und Einrichtungen bei uns in der Region zu unterstützen. Da hat sich die Palliativstation nach den guten Erfahrungen mit dem Krankenhaus angeboten“, so Michael Olejniczak. Der Inhaber einer Landstuhler Firma für Sanierung und schlüsselfertiges Bauen hofft, dass durch die Arbeit des Palliativteams „das Thema, Krankheit, Tod und Sterben aus der Tabuzone kommt“.
 

"Enorme Lebensqualität für die Patienten"

veröffentlicht um 20.01.2010 06:45 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 24.01.2010 23:59 von Vitalij Lubeschanin ]

Das St. Johannis-Krankenhaus hat für 200 000 Euro neue Geräte für die Abteilung für Innere Medizin (Chefarzt Dr. med. Gabriel) gekauft. Damit wird für die Ärzte das gesamte Spektrum der Diagnostik von Krankheiten des Magen-Darm-Traktes möglich. Außerdem bietet die Abteilung zunehmend das Einbauen von Prothesen in die Speiseröhre, den Magen oder den Darm an.

„Unsere Geräte mussten erneuert werden. Diese Gelegenheit haben wir genutzt um den Gerätepark zu vereinheitlichen und alles von einem Hersteller zu kaufen“, erklärt der Oberarzt und Gastroenterologe Thomas Pfitzner. „Gastroskope und Duodenoskope haben wir angeschafft.“ Ein Duodenoskop ist, so der Mediziner, ein Gerät zur Darstellung der Gallenwege. „Damit kann man Tumore in den Gallengängen oder der Bauchspeicheldrüse oder auch Gallensteine entdecken“, sagt Pfitzner. Mit den Gastroskopen würden Magenspiegelungen vorgenommen. Zum weiteren diagnostischen Spektrum gehören Darmspiegelungen, Enddarmspiegelungen mit der Behandlung von Hämorrhoidalknoten, Atemtests zum Nachweis einer Milchzucker-Unverträglichkeit oder zum Nachweis einer Besiedlung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori.

„Die neuen Geräte haben eine wesentlich höhere Auflösung und liefern Bilder in der neuen HDTV-Qualität“, so Pfitzner. „Der zweite Vorteil ist, dass man jetzt, wenn man bei einer Spiegelung einen verdächtigen Befund hat, sofort in der gleichen Sitzung einfach einen so genannten Endosonographen auf das Gerät aufstecken kann, um direkt noch ein Ultraschall von innen zu machen.“ Das sei früher aufwändiger gewesen und der Patient habe ein zweites Mal kommen müssen.

Seit der Anschaffung, die auch wegen des gastroenterologischen Schwerpunktes des St. Johannis-Krankenhauses Sinn gemacht habe, wird etwa ein Patient pro Woche mit steigender Tendenz mithilfe einer Endosonographie in der Abteilung untersucht. „Diese Untersuchung ist wichtig bei der Stadieneinteilung von Tumoren im Magen, in der Speiseröhre, im Darm oder in der Bauchspeicheldrüse“, erklärt der Gastroenterologe.



Durch das zunehmend längere Überleben bei Tumorerkrankungen wie etwa dem Speiseröhrenkrebs, sieht Thomas Pfitzner auch immer häufiger Patienten, die für das Einbauen eines so genannten Stents, einer Prothese in die Speiseröhre, in Frage kommen. „Wenn diese Tumoren in der Speiseröhre immer weiter wachsen, kann der Patient irgendwann nicht mehr schlucken, weil es durch den großen Tumor eine Engstelle gibt“, beschreibt der Arzt das Problem. „Mann kann dann entweder eine Magensonde durch die Bauchdecke legen, was zumindest eine Ernährung mit speziellen Nährstofflösungen ermöglicht. Seit etwa einem Jahr implantieren wir hier im St. Johannis-Krankenhaus aber immer öfter ein kleines Metallgitter, also eine Prothese – auch Stent genannt - in die Speiseröhre, die sich dort aufdehnt und den Tumor nach außen drückt.“ Dadurch könne der Patient weiter essen und trinken und das bedeute eine enorme Lebensqualität. Allerdings sei das Verfahren aufwändiger und auch teurer, als den Patienten mit einer Magensonde zu versorgen. „Durch unsere Tagesklinik und die Palliativstation kommen aber immer mehr Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, die von dem neuen Verfahren einen echten Gewinn an Lebensqualität haben“, so Pfitzner. 

Ebenfalls neu ist, dass der Gastroenterologe diese so genannten Stents auch zunehmend bei Tumoren im Magen zur Anwendung bringt, die sonst zu einem Magenverschluss führen würden. „Da geht das mit entsprechend größeren Stents auch.“

Möglich sei der Einbau dieser Stützen auch bei Darmverschlüssen. „Unter Umständen kann man damit eine Operation hinauszögern, die dann ja einen künstlichen Darmausgang zur Folge hätte. Und im günstigsten Fall kann man so sogar einen künstlichen Ausgang vermeiden“, sagt Pfitzner, der in diesem Bereich der Gastroenterologie auch am St. Johannis-Krankenhaus zunehmend Patienten erwartet.

St.-Johannis-Krankenhaus eine der besten Kliniken in Rheinland-Pfalz

veröffentlicht um 25.11.2009 02:19 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 26.11.2009 02:33 von Vitalij Lubeschanin ]

Das St.-Johannis-Krankenhaus in Landstuhl gehört zu den beliebtesten Kliniken in Deutschland. Das hat eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) für ihren Klinikführer unter rund 263.000 Versicherten ergeben. Die Patienten bewerteten die Landstuhler Klinik als eines der sechs besten Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz. Am vergangenen Dienstag erhielt das Krankenhaus das Qualitätssiegel der TK für überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit. 

Wie der Vertragsreferent der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Rolf Schindel, bei der Verleihung des Siegels erklärte, haben die Patienten die Leistungen des Krankenhauses in den Bereichen "Gute Betreuung durch die Pflegekräfte", "Kurze Wartezeiten", "Reibungslose Aufnahme" und "Guter Austausch zwischen Ärzten und Pflegekräften“ als besonders herausragend bewertet. Diese Wertung erzielte die Klinik im bundesweiten Vergleich.

"Das St.-Johannis-Krankenhaus ist zum ersten Mal in unserem Klinikführer vertreten und hat sofort einen Spitzenplatz in der Patientenzufriedenheit erreicht, das freut uns sehr", betonte Schindel. 

Unter anderem wurden die Patienten zum Beispiel gefragt, wie zufrieden sie mit dem Ergebnis ihrer Behandlung waren. 80 Prozent der Befragten äußerten sich dazu positiv. Im bundesweiten Durchschnitt lag der Wert bei 77,8 Prozent. Bei der Zufriedenheit mit der Unterbringung nahm das St. Johannis-Krankenhaus mit 79,6 Prozent gegenüber 71,9 Prozent einen Spitzenplatz ein.

„Bei sämtlichen Einzelfragen erzielte das St. Johannis-Krankenhaus Zufriedenheitswerte, die über dem Bundesdurchschnitt liegen“, erklärte Schindel. Selbst bei dem – erfahrungsgemäß – äußerst kritischen Punkt „Zufriedenheit mit dem Essen“ lag das Landstuhler Krankenhaus mit einem Wert von 71,9 Prozent über dem Durchschnitt. „Aus langjähriger Arbeit wissen wir, dass da Zufriedenheitswerte über 70 Prozent selten sind, denn das Krankenhausessen ist ein sehr subjektiv erlebter Punkt“, erläuterte er. 

Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer des St.-Johannis-Krankenhaus, freute sich über die Auszeichnung: "Wir sind stolz darauf, dass unser Krankenhaus von den TK-Versicherten als besonders gut bewertet worden ist. Wir nehmen dieses Ergebnis als Bestätigung für die Qualität unserer Arbeit und als Ansporn, in Zukunft noch besser zu werden.“ Er sehe die Verleihung des Siegels auch als Anerkennung der Leistungen der Mitarbeiter in allen Bereichen des Krankenhauses. „Es ist das Verdienst aller Mitarbeiter, dass unsere Patienten sich hier gut aufgehoben fühlen, nicht nur im medizinisch-pflegerischen Bereich, sondern zum Beispiel auch in der Seelsorge, oder eben auch in den Bereichen Unterbringung Sauberkeit und Verpflegung“, gab der Geschäftsführer das Lob an die Belegschaft weiter. 


Klaus Grumer, Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Landstuhl gratulierte zu der Auszeichnung: „Wenn ein Bürgermeister bei einer Wahl eine so große Zustimmung bekäme, wäre er überglücklich. Für das Krankenhaus, über das ich ja immer gerne sage, es ist unser Krankenhaus, ist das ein großes Lob und ich freue mich, dass das St. Johannis-Krankenhaus zu den sechs besten Kliniken in Rheinland-Pfalz gehört.“

Die Bewertungen der Patienten fließen in den TK-Klinikführer ein. Diejenigen Krankenhäuser, die in allen Kategorien überdurchschnittlich gut abschnitten, wurden von der TK mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Dieser Erfolg gelang insgesamt nur sechs Kliniken in Rheinland-Pfalz. Der TK-Klinikführer enthält auch Angaben über die Ausstattung der Krankenhäuser sowie über die Anzahl von Operationen. Dieser ist im Internet unter www.tk-online.de/lv-rheinlandpfalz unter dem Stichwort "Klinikführer" zu finden.

Landfrauen spenden 1500 Euro für die Säuglingsstation

veröffentlicht um 01.09.2009 02:41 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 13.10.2009 04:56 von Vitalij Lubeschanin ]

Die Rodenbacher Landfrauen haben der Geburtshilfe-Abteilung des St. Johannis-Krankenhauses Landstuhl am Mittwoch, 27. August, einen Scheck in Höhe von 1500 Euro überreicht. 

„Wir veranstalten ja mehrmals im Jahr Aktionen, bei denen wir Geld einnehmen. Das spenden wir dann ausgewählte Institutionen", erzählte die Ortsvereins-Vorsitzende Heidi Bäcker. „Diesmal haben wir uns für die Säuglingsstation des St. Johannis-Krankenhauses entschieden."

Auf diese Idee seien die Rodenbacher Landfrauen nach einem Zeitungsartikel gekommen, der über eine Spende von Schlafsäcken gegen den Plötzlichen Kindstod an die Säuglingsstation berichtet hatte. „Allerdings ist die Spende nicht zweckgebunden", betonte Heidi Bäcker. 

Die Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe-Abteilung Monika Mader meinte denn auch, sie wolle die Spende lieber in einen Sonnenschutz für den Wintergarten investieren. „Der Wintergarten ist ein Treffpunkt für die Mütter und deren Familien, außerdem können die Mamas ihren Besuch auch mit in den Wintergarten nehmen und sich dort aufhalten. Im Sommer ist es hier aber unangenehm warm. Deshalb brauchen wir einen Sonnenschutz", sagte Mader. Der stellvertretende kaufmännische Direktor des St. Johannsi-Krankehauses Gerhard Hagest, die Leitende Hebamme Sabine van Riel und die Chefärztin bedankten sich sehr herzlich für die ungewöhnlich hohe Spende der Rodenbacher Landfrauen.

 





Die Rodenbacher Landfrauen haben der Geburtshilfe-Abteilung des
St. Johannis-Krankenhauses einen Scheck über 1500 Euro überreicht.

Die Ortsvereins-Vorsitzende Heidi Bäcker (vordere Reihe, zweite von rechts) und eine Delegation des Vereins ließen sich außerdem von Sr. Eligiana (vorne rechts), dem stellvertretenden kaufmännischen Direktor Gerhard Hagest (rechts außen), der Leitenden Hebamme Sabine van Riel (zweite Reihe, zweite von rechts) und der Chefärztin Dr. Monika Mader (links hinter Heidi Bäcker) über die Arbeit der Abteilung informieren und besichtigte die Räume.
 

Operieren ohne Narben

veröffentlicht um 19.08.2009 02:17 von Melanie Müller von Klingspor

Am St. Johannis-Krankenhaus Landstuhl entfernt der Chefarzt der Chirurgie, Harald Schultz, seit kurzem Gallenblasen und Gallensteine bei ausgewählten Patienten ausschließlich durch den Nabel. „Das bedeutet für den Patienten keine sichtbaren Narben am Bauch“.

„Gallensteine sind oft sehr unangenehm“, erläutert der Chirurg. „Sie sind ein chronischer Krankheitsherd und Anlass von Entzündungen. Sie verursachen Symptome wie Koliken, unspezifische Oberbauchschmerzen oder Entzündungen; auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist durch wandernde Gallensteine möglich. Letztlich kann sich auch eine bösartige Erkrankung der Gallenblase entwickeln und dann ist die Prognose schlecht.“ Leidet ein Patient an Gallensteinen, wird die Gallenblase mit den darin befindlichen Steinen entfernt.

„Früher hat man die Bauchdecke geöffnet und dabei die Muskulatur und die Nervenstränge durchschnitten. Das hat natürlich nach der Operation stärkere Schmerzen verursacht und Wundheilungsstörungen hat es auch gegeben“ erzählt Schultz. In den 90er Jahren habe dann aber die minimal-invasive Chirurgie Einzug in die Operationssäle gehalten und sich die laparoskopische Gallenblasenentfernung weltweit nach unglaublich kurzer Einführungszeit verbreitet.

„Bei der neuen so genannten ,Single Port-Methode’ setzt der Operateur einen Kunststoffring von etwa drei Zentimetern Durchmesser in den Nabel ein, der drei Öffnungen für die Kamera, das Halte- und das Präparier-Instrument hat“, erklärt der Chefarzt. „Über diesen Nabelzugang wird die Gallenblase dann operiert.“ Dieses Vorgehen dauere etwas länger als das übliche Verfahren mit drei oder vier kleinen Schnitten und erfordere vom Operateur etwas mehr Geschick. „Das Handling ist schwieriger, weil beim Arbeiten alle Geräte eine identische Ausrichtung haben. Man ist sich selbst im Weg, wenn man die Richtung des Instruments ändert“, sagt Schultz.

Der Vorteil, den vor allem jüngere Frauen schätzen, sei, dass keine sichtbaren Narben zurückbleiben.

Frauen sind laut Chefarzt Schultz auch die Patientengruppe, die häufiger von Gallenblasenproblemen betroffen ist: „Studien haben gezeigt, dass am häufigsten übergewichtige blonde Frauen nach einer Geburt und nach mehreren Diäten betroffen sind.“ 250 bis 300 Patientinnen und Patienten mit Gallenblasenproblemen operiert Schultz am St. Johannis-Krankenhaus pro Jahr.

„Allerdings ist die neue Methode nicht für alle Patienten geeignet“, schränkt der Mediziner ein. „Man sollte kein Übergewicht haben und man sollte vorher noch keine größere Bauch-Operation gehabt haben. Wenn das Gewebe am Nabel schon vernarbt ist, kann man es mit dem Single-Port meist nicht machen.“

Vier frischgebackene Gesundheits- und Krankenpflegerinnen für das St. Johannis-Krankenhaus

veröffentlicht um 12.08.2009 03:17 von Melanie Müller von Klingspor   [ 12.08.2009 03:24 wurde aktualisiert. ]

18 frischgebackene Gesundheits- und Krankenpfleger und –pflegerinnen hat die Krankenpflegeschule des St. Elisabeth-Krankenhauses Zweibrückenam vergangenen Donnerstag mit einer Examensfeier verabschiedet. Nachdem die Absolventen am Donnerstagmorgen noch ihre letzte mündliche Prüfung abgelegt hatten, konnten sie am Nachmittag schon ihre Zeugnisse in Empfang nehmen.

„Die Leiterin der Krankenpflegeschule, Schwester M. Elisa Döschl, sagte in ihrer Ansprache, der Kurs habe sich als zupackend und engagiert erwiesen. Um ihren Unmut über die Pläne des Gesundheitsministeriums, die schulischen Zugangsvoraussetzungen zur Krankenpflege-Ausbildung herabzusetzen, zum Ausdruck zu bringen, habe der Kurs ein Schreiben an das Ministerium verfasst. „Ihr habt sachlich richtig argumentiert, schlüssig eure Bedenken zum Ausdruck gebracht. Das macht mir Mut, weil ich sehe, dass ihr euch für die Belange eures Berufes einsetzt“, sagte Döschl. „Die Anforderungen an den Beruf sind in den vergangenen Jahren sehr gestiegen. Da kann man doch nicht die Zugangsvoraussetzungen herabsetzen.“

Der Geschäftsführer des St. Elisabeth-Krankenhauses, Günter Merschbächer, zitierte Nietzsche und sagte, der Beruf sei das das Rückgrad des Lebens. Somit hätten die neuen Gesundheits- und Krankenpfleger und –pflegerinnen nun ein Fundament des Lebens erworben. Auch der Pflegedirektor des evangelischen Krankenhauses, Thomas Oberinger, freute sich über die Abschlüsse der Schüler seines Hauses. Die Krankenpflegeschule des St. Elisabeth-Krankenhauses bildet Schüler des St. Elisabeth, des Evangelischen und des St. Johannis-Krankenhauses Landstuhl aus. Oberinger sagte, er sei froh, den vier Absolventen, die sich an seinem Haus beworben haben, eine Stelle anbieten zu können. Das St. Elisabeth-Krankenhaus übernimmt drei und Landstuhl vier neue Krankenpflegerinnen.
 
Die Absolventen auf dem Foto sind (hintere Reihe von links nach rechts) Christina Schöndorf, Stefanie Jonitz, Jasmin Drozdowski, Chrisoph Wolf, Charlotte Agne, Jens Meyer und (mittlere Reihe von links nach rechts) Ramona Utzinger, Melanie Laux, Isabell Jung, Lydia Staut, Julija Werner, Justina Galla, Andrej Albach und (vordere Reihe von links nach rechts) Izabela Noras, Zuzanna Lison, Melanie Omazic, Vanessa Christmann und Dorothea Goas.

Die beste praktische Prüfung legte Vanessa Christmann ab, die beste theoretische Prüfung bestritt Melanie Omazic und die beste Facharbeit schrieb Lydia Staut.

Endlich Zeit und Ruhe für werdende Mütter

veröffentlicht um 30.06.2009 05:12 von Melanie Müller von Klingspor   [ aktualisiert 30.06.2009 10:31 von Vitalij Lubeschanin ]

Für Sonntag, 28. Juni, laden elf Hebammen des St.-Johannis-Krankenhauses zum ersten Hebammentag ein. Von 15 bis 18 Uhr stellen sie im Wintergarten des Hauses ihre Angebote vor und informieren über die seit April bestehende Hebammensprechstunde. Monica Klein hat darüber mit Judith Lehnert gesprochen, die als ausgebildete Geburtshelferin diese Info-Veranstaltung konzipiert hat.

Wieso haben Sie sich diesen Hebammentag ausgedacht?
Die Idee kam unter den Hebammen der Sprechstunde im St.-Johannis-Krankenhaus auf. Wir wollten unsere Beratungs- und Betreuungsangebote für Schwangere und Mütter bei einem kleinen Fest präsentieren. Insbesondere möchten wir auf unser neu eingerichtetes Angebot, die Hebammensprechstunde, aufmerksam machen.

Welche Angebote werden bei der Veranstaltung vorgestellt?
Neben der Sprechstunde informieren wir über Kurse wie Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik und über die Stillberatung. Wir geben Auskunft zu Babyschwimmen, Tragetuch und Akupunktur, die bei Schwangerschaftsbeschwerden und geburtsvorbereitend eingesetzt wird. Weitere Themen an diesem Tag sind die Babymassage und die Haptonomie, also die Lehre von der Berührung. Zwei Anbieter von außerhalb stellen Frühförderungsmöglichkeiten und musikalische Früherziehung vor. Bei Führungen zeigen wir den Kreißsaal und das Sprechzimmer, das nahe bei der gynäkologischen Ambulanz liegt. Kinder können einen Luftballon in die Höhe steigen lassen oder sich in der Malecke beschäftigen.

Was bietet die seit dem vergangenen Frühjahr bestehende Hebammensprechstunde den Müttern?
Durch Umbaumaßnahmen im St.-Johannis-Krankenhaus wurde ein Zimmer nahe der gynäkologischen Ambulanz frei, das wir als Sprechzimmer nutzen. In erster Linie geht es um die Anlage des Krankenblattes für werdende Mütter in der 36. Schwangerschaftswoche, also um Informationen zu dem bisherigen Schwangerschaftsverlauf.
Darüber hinaus führen wir Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren durch und bieten eine Stillberatung an. Von Dienstag bis Donnerstag stehen wir zwischen 9.45 und 12.30 Uhr sowie zwischen 14.45 und 16.30 Uhr zur Verfügung. Am Mittwochnachmittag findet ausschließlich die Akupunktursprechstunde statt. Unter der Telefonnummer des Kreißsaales (06371 842818) kann ein Termin vereinbart werden.

Wo liegen die Vorteile der Sprechstunde für die werdenden Mütter und für die Hebammen?
Die vorherige Situation war für beide Seiten nicht immer zufrieden stellend. Wir haben jetzt die Zeit und die Ruhe, um auf die Fragen der Schwangeren und der Mütter einzugehen und können Wünsche beispielsweise zur Geburt in Ruhe besprechen. Für uns Hebammen bietet die Sprechstunde den Vorteil, dass wir unsere Freiberuflichkeit einbringen können, indem wir die außerhalb unserer Dienstzeiten erbrachte Leistung direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Haben Sie bereits erste Rückmeldungen zur Sprechstunde bekommen?
Wir befinden uns noch in der Anlaufphase und beraten durchschnittlich etwa vier bis fünf Frauen am Tag. Ihre bisherigen Aussagen sind durchweg positiv. Besonders gut gefällt ihnen der gemütlich eingerichtete Raum, in dem wir ganz in Ruhe Fragen beantworten und beraten können.
 
(Erschienen in Die RHEINPFALZ, Pfälzische Volkszeitung, Mittwoch, 24. Juni 2009)

Neue Hebammensprechstunde

veröffentlicht um 17.06.2009 07:37 von Melanie Müller von Klingspor   [ 18.06.2009 05:48 wurde aktualisiert. ]


Die Hebammen des St. Johannis-Krankenhauses haben ihr Angebot für werdende Mütter ausgeweitet: Seit Ende April bieten zehn der insgesamt 22 Hebammen eine Hebammen-Sprechstunde in einem eigenen Sprechzimmer (Erdgeschoss, in direkter Nähe zur Gynäkologischen Ambulanz) an.

"Dienstags bis donnerstags bieten wir nun eine Hebammen-Sprechstunde an, um die Mütter zu betreuen und zu beraten", erklärt Hebamme Yvonne Korb. "Hauptsächlich wird es um die so genannte Krankenblatt-Anlage gehen, aber wir werden auch unsere Akupunktur-Sprechstunde und weitere Angebote hierher verlegen."

Die Krankenblattanlage ist der Vorstellungstermin der Schwangeren in der Klinik, in der sie entbinden möchte. "In der 36. Schwangerschaftswoche stellen sich die Frauen bei uns vor. Wir machen dabei eine Anamnese, also eine Aufnahme der Geschichte des Schwangerschaftsverlaufs, weiterhin können die Frauen mit uns ihre Wünsche und Erwartungen an die Geburt besprechen", erklärt Frau Korb.

"Vor der Einrichtung der Hebammen-Sprechstunde mussten die Frauen für ihre Krankenblattanlage im Kreissaal anrufen oder auch einfach ohne Termin vorbei kommen. Aber egal, ob mit oder ohne Termin, die Frau kam ja dann in den laufenden Betrieb, und wenn gerade eine Entbindung war oder etwas anderes, das nicht warten konnte, dann musste die Schwangere eben warten." In der Hebammen-Sprechstunde hätten jetzt beide - Hebamme und Frau - mehr Ruhe.

"Wir Hebammen bieten auch Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen an. Das geht in unserem neuen Raum jetzt unkomplizierter, ebenso wie Stillberatung. Alles was wir aus dem laufenden Abteilungsbetrieb herausnehmen können, bedeutet für die Schwangeren und Mütter mehr Ruhe und auch mehr Zeit für die einzelne Frau", erklärt Korb. Dies sei möglich, weil Hebammen diesen Teil der Leistung, den sie außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit anbieten, selbst als freie Hebammen direkt mit den Krankenkassen abrechnen. "So können wir uns die Zeit so aufteilen, dass eben an den drei genannten Tagen immer jemand für die Sprechstunde zur Verfügung steht."

An der Sprechstunde beteiligen sich die Hebammen Heike Backes, Carolin Bauer, Diana Fuchs, Heike Issner, Susanne Knuff, Yvonne Korb, Judith Lehnert, Silvia Richter, Christina Saar, Mareike Velten und Petra Wigger.

Die Hebammen sind zu erreichen unter der Telefonummer 06371/84-2818. Am 28. Juni von 15 bis 18 Uhr stellen die Hebammen des St. Johannis-Krankenhauses bei einem Hebammentag ihre Angebote vor und stehen auch zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung.

"Wenn ich jetzt gehen könnte, wäre ich versöhnt damit"

veröffentlicht um 14.05.2009 00:49 von Melanie Müller von Klingspor   [ 14.05.2009 01:11 wurde aktualisiert. ]

Ein langes leben, ein enges Leben, ein einfaches Leben - aber ein gelungenes Leben: Die Mallersdorfer Schwester Irmenburgis wurde am 1. Mai 80 Jahre alt. Am "Tag der Arbeit" - und das war ihr Leben immer gewesen: Arbeit, viel Arbeit, aber erfüllende Arbeit.

"Ich würde immer alles noch einmal ganz genau so machen, wie ich es gemacht habe", sagt sie. Schwester Irmenburgis müsste nach heutigen weltlichen Vorstellungen bedauern, vieles nicht gehabt und erlebt zu haben, was im Ordensleben nicht ging, aber: "Nein", sagt sie mit einem kleinen, leisen Lächeln, "es war alles gut so".


Schwester Irmenburgis wurde 1929 in Herbitzheim im Bliestal geboren. "Wir waren elf Geschwister und ich war die achte", erzählt sie. Die Eltern hatten einen Bauernhof. Als ich zehn Jahre alt war, 1939, da mussten wir zum ersten Mal fliehen wegen dem Krieg, nach Oberfranken. 1941 sind wir wieder zurückgekommen, aber nach Webenheim, und 1944 mussten wir wieder fliehen, diesmal nach Baden-Württemberg, für ein halbes Jahr. In dem Jahr ist auch mein Vater gestorben."
Im Juli 1945 konnte die Familie dann endlich nach Hause nach Herbitzheim zurückkehren.

"Einer meiner Brüder war schon vor uns da", erinnert sich Schwester Irmenburgis. "Der lief mit Hausschuhen an den Füßen im Hof herum, weil ihm in Rußland die Füße erfroren waren."
Der Krieg hatte in der großen Familie aber noch schlimmere Spuren hinterlassen: "Drei meiner Brüder waren vermisst." Der Bruder allerdings, der mit erfrorenen Füßen aus Russland kam, ist erst vor kurzem mit 86 Jahren gestorben.

"Jetzt leben von uns elfen noch vier Schwestern", erzählt sie, und es klingt nicht so, als wäre sie bitter. Eher nüchtern, weil das Leben eben so ist. "Eine Schwester war als Lehrerin in der Mission in Brasilien, die war bei den Steyler Missionaren. Von uns Geschwistern waren vier im Orden, zwei bei den Steylern und zwei bei den Mallersdorfern. Das war doch eine gerechte Aufteilung", meint sie. Die anderen Geschwister haben alle geheiratet.

"Als wir auf der Flucht waren, habe ich im Kindergarten geholfen. Da haben zwei Schwestern gearbeitet und da hat eine gute Atmosphäre geherrscht, das hat mir gefallen. Die haben mir auch ein gutes Zeugnis geschrieben." Nach dem Schulabschluss, so erinnert sie sich, hat sie ein so genanntes Pflichtjahr im Krankenhaus gemacht und danach wieder im Kindergarten gearbeitet. "Die Oberin dort hat meine Mutter gefragt, ob ich nicht im Kindergarten helfen kann. Meiner Mutter hat das nicht so gut gefallen, die hätte lieber gehabt, dass ich einen Beruf lerne. Alle meine Geschwister haben einen Beruf gelernt."

Schwester Irmenburgis, die damals noch Rosa hieß, hat aber schon länger mit dem Gedanken geliebäugelt, ins Kloster zu gehen. "Als ich es meiner Mutter gesagt habe, dass ich gerne Ordensschwester werden würde, da hat sie dann auch zugestimmt."
Aber dann sei es ihr doch schwer gefallen: "Die endgültige Entscheidung, die hat mich doch gequält", erinnert sie sich. "Schließlich hat das ja bedeutet, meine Familie und meine Heimat ganz zurückzulassen - das war schon schwer."

1947 ist sie dann eingetreten, mit 18 Jahren. "Der Weg nach Mallersdorf war weit, das war eine Reise von zwei Tagen. Als wir da angekommen sind, war ich ziemlich erschöpft. Da bin ich während der Messe in der Kapelle zusammengebrochen. Danach habe ich richtig Angst gehabt, dass sie mich zurückschicken, denn dann hatte ich mich ja entschieden und wollte unbedingt bleiben." Und sie durfte bleiben und eine Krankenpflege-Ausbildung machen.

"Am 30. März 1952 bin ich nach Landstuhl gekommen, da ist jetzt 57 Jahre her. Und ich war nie woanders." Sie hätte sich melden können, um auch mal woanders hin zu gehen, aber sie hat es nicht gemacht. "Ich weiß nicht, warum ich mich nie gemeldet habe, hätte ich ja machen können. In einen anderen Konvent wurde ich nie geschickt und nachgefragt habe ich nicht. Das war halt so...", sagt sie und zuckt nur leicht mit den Achseln. "Es hat mir halt gefallen hier."

46 Jahre lang hat sie im Johannis-Krankenhaus im Stationsdienst auf der chirurgischen Station gearbeitet. "Erst im alten Krankenhaus, dann im neuen. Im April 1998 habe ich aufgehört, da war ich 69 Jahre alt. Da ging es dann nicht mehr." Aber sie sagt, der Umgang mit den Kranken fehlt ihr heute noch. "Ich bin gerne zu den Kranken gegangen, meine Arbeit hat mir viel Freude gemacht, ich habe auch immer mit gutem Personal zusammengearbeitet."

Heute arbeitet sie in der Patientenbücherei mit, verwaltet die Bücher und fährt mit dem Bücherwagen durch die Zimmer. "Wenn da ein Patient sagt, er braucht eine Telefonkarte, oder was aus der Cafeteria, dann bringe ich ihm das und das macht mir Spaß."

Nie habe sie gedacht: "Es reicht, heute habe ich keine Lust." Die Arbeit sei ihr nie zuviel gewesen. "Ordensschwester sein, das war mein Weg. Eine eigene Familie, Mann und Kinder, das habe ich nicht vermisst." Schwester Irmenburgis erzählt, dass sie ihre Geschwister im Urlaub oft besucht habe "aber nie in den Schulferien, immer während der Schulzeit, denn die Kinder waren ganz schön anstrengend", erinnert sie sich und lacht.

Deprimierend findet sie, dass dem Orden der Nachwuchs fehlt: "Manchmal liege ich nachts wach und kann deshalb nicht schlafen. Aber dann versuche ich zu denken, der liebe Gott wird es schon wissen, wie es weiter gehen soll."
Gesundheitlich geht es Schwester Irmenburgis gut. "Ich mache viel Handarbeit, stricke und sticke und ich lese viel." Am liebsten Biographien und den Pilger, die Bistumszeitung von Speyer. "Biographien von Heiligen lese ich gerne. Meine Lieblingsheilige ist meine Namenspatronin, Rosa von Lima, die erste Heilige von Peru, eine Mystikerin."

Ansonsten mache sie ab und an Urlaub bei ihrer Schwester in Herbitzheim. "Besonders gerne im Frühling, wenn im Bliestal die Natur aufblüht, das ist so herrlich." Ja, die Natur, da liegt auch ihr einziger Wehmutstropfen: "Das ist mir schon arg, dass ich mich seit dem Umzug aus dem Franziskushaus nicht mehr um die Blumen kümmern kann. Das hab ich wirklich gerne gemacht und das geht mir richtig ab."

Zum Geburtstag hat sie sich nichts gewünscht. "Ich brauch doch nichts mehr", sagt sie. Und zum Sterben hat sie auch eine schlichte Haltung: "Ich wäre versöhnt damit, wenn ich jetzt gehen könnte, ohne lange Krankheit und Niederliegen. Ein Pflegefall will ich nicht werden. Wenn ich jetzt so über Nacht sterben könnte, dann wäre doch ordentlich aufgeräumt", meint sie ganz pragmatísch.

‹ Zurück    1-10 von 21    Weiter ›